Pressemitteilung
Bonn, den 12. September 2006
Der eine will wieder gewählt werden, die anderen gehen in Stellung: und immer sind es Männer, die sich die besten Chancen auf eine Wahl zu Intendanten von WDR, SWR und NDR ausrechnen. Von Geschlechtergerechtigkeit ist nur dann die Rede, wenn die Wahl noch weit weg ist.
Beim Medienfrauentreffen im Jahr 2000 in Köln gab WDR-Intendant Fritz Pleitgen zu Protokoll, dass er sich für seine Nachfolge eine Frau wünsche: "Warum sollte nicht auch meine jetzige Position von einer Frau eingenommen werden? Die Zeit ist überreif für eine Intendantin in der ARD. Es würde der ganzen Medienbranche gut tun, wenn Frauen ganz oben an der Spitze stünden."
Inzwischen amtiert die erste Intendantin in der ARD, Dagmar Reim, seit drei Jahren und die Zeit ist längst überfällig für eine zweite Frau an der Spitze eines öffentlich-rechtlichen Senders.
Deshalb hat der Journalistinnenbund die Rundfunkräte der zwei Sender angeschrieben, die in absehbarer Zeit einen neuen Intendanten / eine Intendantin suchen, nämlich der WDR im November und der SWR im Dezember. Der Journalistinnenbund hat sich auch an den NDR-Rundfunkrat gewandt, wo schon jetzt erste Weichen für die Nachfolge von Jobst Plog gestellt werden.
Der Journalistinnenbund wünscht sich für diese Positionen überzeugende und unabhängige Persönlichkeiten. Die Spitzenposition im WDR, SWR und NDR sind wie geschaffen für qualifizierte, erfahrene, kreative Frauen, die sowohl ausgezeichnete journalistische Qualifikationen mitbringen als auch Erfahrung in Personalführung und Management.
Diese Frauen gibt es; längst haben sie sich in verschiedenen Führungspositionen in den Rundfunkanstalten etabliert. Nur einige versuchen sie nach wie vor zu ignorieren. Doch wie sagte Fritz Pleitgen beim Medienfrauentreffen, Frauen in der Hierarchie seien noch immer unterrepräsentiert: "Wenn wir richtig erfolgreich, richtig wettbewerbsfähig sein wollen, dann müssen wir unser ganzes Potential zur Entfaltung und zur Geltung bringen", so Pleitgen.
Also: die Zeit ist überfällig für die Intendantinnen Nummer zwei, drei und vier!
V.i.S.d.P.: Eva Kohlrusch, 1. Vorsitzende des Journalistinnenbundes
Rückfragen: Marlies Hesse, JB-Geschäftsführerin, Tel. 02236/63394