Das Internet wird weiblich
Hamburg. Der Journalistinnenbund feierte sein 20-jähriges Jubiläum mit
einem Kongress zum Thema "Journalistinnen und die Zukunft der Medien".
Nachwuchspreise für WDR- und MDR-Journalistinnen. Eva Kohlrusch als
Vorsitzende wieder gewählt.
Pressemitteilung
Junge Frauen zwischen 14 und 19 Jahren nutzen das Internet genauso
intensiv wie Jungen in dem Alter. Damit ist das Vorurteil widerlegt, dass
das Internet "männlich" sei. Insgesamt sind 96 Prozent der Teenager im
Internet. Allerdings nutzen Frauen das Netz vorwiegend zur Information
und zum Austausch, während Männer eher von einer Website zur nächsten
surfen. Diese Forschungsergebnisse, basierend auf einer Umfrage von ARD
und ZDF, trug die Berliner Professorin für Kommunikationswissenschaft,
Margreth Lünenborg, am Wochenende in Hamburg auf der Tagung des
Journalistinnenbundes (JB) vor. "Frauen verbringen weniger Zeit beim
Surfen als Männer, sie interessieren sich eher für Service und
Information", sagte die Wissenschaftlerin. Überraschend ist auch, dass
mehr Mädchen als Jungen Blogs, also Internet-Tagebücher, nutzen, um sich
mitzuteilen.
Wibke Bruhns, Autorin des Buches "Meines Vaters Land" und langjährige
Journalistin für Stern, ZDF und andere Medien, ist am Wochenende für ihr
journalistisches Lebenswerk ausgezeichnet worden. Der Journalistinnenbund
ehrte sie auf seiner Jahrestagung anlässlich seines 20-jährigen Bestehens
mit der Hedwig-Dohm-Urkunde. "Wibke Bruhns hat 1971 als erste Frau die
ZDF-Nachrichtensendung `heute` moderiert und damit Frauen zu Einstieg und
zu Karriere im Beruf ermutigt", stellte die JB-Vorsitzende Eva Kohlrusch
bei der Preisverleihung fest. Wibke Bruhns verriet den versammelten
Journalistinnen das Geheimnis ihres Erfolges: "Ich habe es mir
zugetraut."
Den Nachwuchspreis, mit dem junge Kolleginnen zu einem differenzierten,
jenseits von Klischees angesiedelten Blick auf die Rollen von Mann und
Frau ermuntert werden, erhielt Nicole Rosenbach für ihre Fernsehreportage
"Drillinge! - Conni will es packen - auch ohne Mann". Der Film wurde am
31. Mai 2006 im WDR in der Reihe "Menschen hautnah" gesendet.
Die Jury lobte den Film als "außergewöhnlich sensibel für die Rolle von
Männern und Frauen". Er habe "wie unter einer Lupe die extreme
Umbruchsituation eines modernen Paares begleitet".
Ebenfalls ausgezeichnet wurden Tina Murzik-Kaufmann und Julia Waldmann für
ihren Film "Anfänger im Talar - das erste Jahr als Pfarrer", der am 31.
Oktober 2006 im MDR ausgestrahlt wurde.
Die Mitglieder des Journalistinnenbundes wählten Eva Kohlrusch aus Hamburg
als Vorsitzende wieder. Sie ernannten Rosemarie Mieder aus Berlin zur
stellvertretenden Vorsitzenden.
V.i.S.d.P.: Tina Stadlmayer
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Karin Tippmann, Geschäftsstelle Journalistinnenbund,
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