Lesefutter: JB-Buchtipps
Hier stellen
wir Publikationen von JB-Kolleginnen und interessante Neuerscheinungen
für Journalistinnen vor.
Spuren ins Jetzt –
die neue Biographie über Hedwig Dohm
Treffender als mit „Spuren ins Jetzt“ hätte Isabel Rohner den Titel ihrer Biografie über Hedwig Dohm (1831-1919) nicht wählen können, denn die politische Weitsicht, die unerschrockene Courage und messerscharfen Analysen einer der wichtigsten deutschsprachigen Autorinnen des 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts wirken bis in die unmittelbare Gegenwart nach. Viele der Forderungen Dohms sind bis heute aktuell geblieben.
Isabel Rohner , Spuren ins Jetzt – Hedwig Dohm – eine Biografie. Sulzbach/Taunus 2010. Ulrike Helmer Verlag, 19,95 €,
ISBN 987-3-89741-299-6
Zur Rezension
von Marlies Hesse »
Frauengesellschaft(en) in Deutschland – von der privaten Feier bis zum Berufsverband
lautet der Buchtitel des Mammut-Werkes von Eva Hehemann, erschienen im Berliner AvivAVerlag
und allein die Fotos sprechen Bände... Nicht nur, da auf Seite 174 ff die Gründerinnen
des Journalistinnenbundes zu Wort kommen, auf den folgenden Seiten viele Schnappschüsse
von der JB-Jahrestagung 2009 in Weimar auftauchen und Frauen aus JB-Netzwerken
portraitiert werden. Es zeigt auch, wie viel Energie, Synergie, Motivation und Lebensfreude
Frauen vereint, die zusammenhalten.
Eva Hehemann:
Frauengesellschaft(en) in Deutschland - von der privaten Feier bis zum Berufsverband.
AvivA Verlag, Berlin 2010,
512 Seiten, Gebundene Ausgabe
ISBN: 978-3-9323-3840-3, 39,90 Euro
Zur Rezension von Silke Schneide-Flaig »
Briefe aus dem Krähwinkel:
Hedwig-Dohm-Korrespondenz neu herausgegeben
Zeugnis von ihrem Selbstverständnis als Schriftstellerin, Publizistin und Feministin legen die 100 Briefe ab, die aus der Feder von Hedwig Dohm erstmals veröffentlicht vorliegen. Wie die Namensgeberin unserer jährlich verliehenen Urkunde für das Lebenswerk einer Journalistin ihre Kontakte zu nutzen wusste, blieb bisher weitgehend verborgen. Umso mehr überrascht, wie eng sich schon im 19. Jahrhundert soziale Netzwerke knüpfen ließen. Nikola Müllers und Isabel Rohners jahrelanger und intensiver Suche nach Erinnerungstücken in deutschen und ausländischen Archiven ist es zu verdanken, dass jetzt im Rahmen der von ihnen herausgegebenen Edition Hedwig-Dohm eine kommentierte Sammlung von Dokumenten (Briefe, handschriftlich überlieferte Gedichte, Aphorismen und Albumblätter ) von unschätzbarem Wert vorliegt. Dass sie mit dem Ergebnis ihrer immensen Recherchearbeit zugleich der „Forschung neue Perspektiven“ eröffnen, wurde bereits in einer ausführlichen Rezension der Zeitschrift „literaturkritik (Nr.12/2009) gewürdigt
Hedwig Dohm: Briefe aus dem Krähwinkel.
Hrsg.von Nikola Müller und Isabel Rohner.
Berlin: Trafo Verlag 2009. 171 S., 19,80 €, ISBN-13-9783896265630
Zur Rezension
von Marlies Hesse »
Ruhrweiber
Den beiden Dortmunder Juristinnen Elisabeth Späth-Uden und Hildegard Gethmann ist es zu verdanken, dass 1959 der so genannte „Stichentscheid“ aus dem Bürgerlichen Gesetzbuch gestrichen wurde. Dieser besagte, dass dem Vater als Oberhaupt der Familie das Alleinentscheidungsrecht in allen familiären Angelegenheiten zufiel. Und das obwohl im Grundgesetzt von 1949 festgeschrieben worden war, dass Männer und Frauen gleichberechtigt sind.
Hätten Sie das gewusst?
RuhrWeiber – Das Wissensspiel. Klartext Verlag 2009, 120 Spielkarten. 8,95 Euro. Für Spielerinnen und Spieler von 9-99 Jahren.
Zur Rezension
von Isabel Rohner »
Die Verbergungskünstlerin
Maren Gottschalk blickt in ihrer neuen Biografie über die Malerin Frida Kahlo hinter die Masken
La Gran Ocultadora wurde sie von ihren Freunden genannt, die große Verbergungskünstlerin. Frida Kahlo (1907-1954) liebte die Maskerade. Das Spiel mit der Kostümierung wurde Teil ihrer Identität – und Teil ihres Mythos. Die indianische Tehuana-Tracht, phantasievoll variiert, ist heute untrennbar mit Frida Kahlo verbunden.
Maren Gottschalk: Die Farben meiner Seele. Die Lebensgeschichte der Frida Kahlo. Beltz & Gelberg 2009. 224 Seiten, 16,95 Euro.
Zur Rezension
von Isabel Rohner »
Unvergessene Wegbereiterinnen
Die Grundlagenforschung zum Verständnis feministischer Theorie nimmt merkbar zu. Kaum hat man den umfangreichen Sammelband mit seinen wichtigsten Quellen zur Frauenbewegung und nicht nur die in der jetzt vorliegende Kurzfassung studiert, herausgegeben von Ilse Lenz (s. Rezension unter Lesefutter), schon erfordert die Lektüre der von Ute Gerhard, Petra Pommerenke und Ulla Wischermann zugänglich gemachten Dokumente erneut höchste Aufmerksamkeit.
Ute Gerhard, Petra Pommerenke, Ulla Wischermann (Hg.) : Klassikerinnen feministischer Theorie . Grundlagentexte Band 1 (1789-1919), Königsstein im Taunus 2008. 417 S. 29,90 € ,
ISBN-13: 978-389741-242-2
Zur Rezension
von Marlies Hesse »
Zentrale Fragen der Frauenforschung aus unterschiedlichen Disziplinen
Nach dem 2004 erstmals erschienenen Handbuch zu Theorie, Methoden und Empirie der Frauen- und Geschlechterforschung liegt jetzt eine deutlich erweiterte und auf den neusten Forschungsstand gebrachte Neuauflage des Handbuchs zur Frauen- und Geschlechterforschung vor. Mit über 100 Beiträgen bietet es einen fundierten Überblick über dieses sich immer stärker entwickelnde Wissensgebiet.
Ruth Becker und Beate Kortendiek (Hrsg.)
Handbuch Frauen- und Geschlechterforschung
Aus der Reihe Geschlecht und Gesellschaft 35
2. erweiterte Aufl. 959 S; Geb.49,90 €, ISBN 978-3531-16154-9
Zur Rezension
von Marlies Hesse »
Die Wende im Blick der jungen Generation
Jana Simon (Jg. 1972), Journalistin beim Tagesspiegel und Referentin unserer Jahrestagung, ist eine der 23 jungen AutorInnen, die sich im „Buch der Unterschiede“ schon 2000 mit der Frage beschäftigten, warum sich die Menschen in Ost und West so fremd geblieben sind. Als die Mauer fiel, waren sie alle nicht älter als 20.
In den Beiträgen kommt zum Ausdruck, mit welchen Gegebenheiten die junge Generation umzugehen hatte und von welchen Emotionen sie bewegt wurde. In sehr persönlichen Geschichten schildern sie ihre Freundschaften und Beziehungen, ihre Lebensumstände sowie ihre Vorstellungen über Beruf und Karriere. Dabei lassen sie Verletzungen nicht aus, von denen damals aber nicht nur sie, sondern auch ältere Erwachsene betroffen waren. Besonders erwähnenswert ist, wie einige Journalistinnen fälschlicherweise für eine Ost- oder Westdeutsche gehalten wurden und welche beruflichen Wege sich ihnen eröffneten. Nachvollziehbar z. B. an der Schilderung von Stephanie Wätjen: Die Wandlung von einer Westfrau im Osten zu einer Ostfrau im Westen. Inzwischen lebt sie in Berlin und arbeitet beim RBB.
Die schon vor zehn Jahren erkannten Unterschiede sind bis heute Gegenstand der Diskussion geblieben. Den dazu erschienenen Sammelband in die Hand zu nehmen, lohnt sich noch immer.
Wiete Andrasch, Frank Rothe, Jana Simon:
Das Buch der Unterschiede. Warum die Einheit keine ist
Berlin: Aufbau Verlag 2000, 237 S , 15,29 Euro
Rezension: Marlies Hesse
Ostfrau trifft West-Mann
Wer den grandios geschriebenen Roman von Katja Langen-Müller „Böse Schafe“ über eine große Liebe in der Vorwendezeit schon gelesen hat, wird verstehen, wie sehr der Journalistinnenbund und auch die Schriftstellerin selbst es bedauern, dass sich aus Terminüberschneidungen eine Beteiligung am Thema der diesjährigen Jahrestagung nicht realisieren lässt. Gern hätten wir in einem Eingangreferat ihre Erfahrungen gehört, die offenbar Einfluss auf die Konzeption des Romans nahmen, der 2007 als heimlicher Gewinner des Deutschen Buchpreises gehandelt wurde. Er erzählt mit höchster Spannung und Dramatik von der Liebe der 40-jährigen Ostberlinerin Sonja, der 1986 die Flucht in den westlichen Teil der Stadt gelang. Dort verliebt sie sich in den drogenabhängigen und HIV-positiven Exsträfling Harry. Vergeblich versucht sie, dass er sein Leben in den Griff bekommt. Ihre nur bedingt erwiderte Liebe überdauert sogar seinen Tod. Die Autorin liefert brillante Berliner Milieu-Studien aus den ersten Jahren der Wendezeit, wobei sie ihre Ich-Erzählerin immer wieder über das eigene Tun reflektieren lässt. Von der Erzähltechnik her ist das Buch mit dem treffenden Titel „Böse Schafe“ ein als langer Brief der Protagonistin, kombiniert mit den Tagebuchaufzeichnung Harrys, angelegter Roman über die Unbedingtheit der Liebe, dem die politische Dimension, hervorgerufen durch den Mauerfall, aber keineswegs fehlt.
Katja Lange Müller: Böse Schafe
Köln: Kiepenheuer &Witsch 2007, 204 S, 16,90 Euro
Rezension: Marlies Hesse
Reisen zwischen Ost und West
Seit den 60-er Jahren zählt Jutta Voigt zu den bekanntesten Journalistinnen in der DDR. Für ihr feuilletonistisch aufbereitetes und zugleich authentisches Buch zum deutsch-deutschen Thema „Westbesuch - Vom Leben in Zeiten der Sehnsucht“ sammelte sie viele Geschichten, Episoden, Sätze, Gehörtes und Erlebtes, in denen sie als Chronistin eine längst vergangene Zeit wieder wachruft. Sie beschreibt nicht nur die Mentalität der Menschen in Ost und West, sondern vor allem ihre Gefühle und was es ihnen bedeutete, bis 1989 über die innerdeutsche Grenze zu reisen. Der "Westbesuch" mutete wie ein Ritual an, bei dem zusammentraf, was nach 1989 offiziell zusammengehören sollte. Wer im Osten zu Besuch kam, hinterließ ein Flair von Weltoffenheit und grenzenloser Freiheit, während umgekehrt die streng behördlich Genehmigung eines West-Aufenthaltes Aufregungen um das Einmalige und vielleicht Unwiederholbare auslöste.
Neben ganz persönlichen Erinnerungen zeichnet die Autorin Begegnungen mit Menschen aus jedem Jahrzehnt und jeder sozialen Schicht mit ihren damaligen Befindlichkeiten nach. Amüsantes und Nachdenkliche kommt dabei zum Vorschein. Durch die pointierten Beobachtungen eignet sich das unterhaltsame Buch durchaus nicht nur als Lektüre für ehemalige Besuchs-Reisende nach Ost- oder Westdeutschland.
Jutta Voigt: Westbesuch – Vom Leben in den Zeiten der Sehnsucht.
Berlin: Aufbau Verlag 2009, 228 S. 16,95 Euro
Rezension: Marlies Hesse
Ohne uns ist kein Staat zu machen
Ein Buch, das von unserer diesjährigen Hedwig-Dohm-Preisträgerin mitverfasst wurde. Sie hat unmittelbar nach der Wende DDR-Frauen portraitiert, also fast in der Sekunde Null, als „die Euphorie über die plötzlich errungene Freiheit sich bei vielen Gesprächspartnerinnen abwechselte mit lähmender Existenzangst“.
Viele der geschilderten Erfahrungen kommen dabei auch Westfrauen sehr bekannt vor. Zitate einer Tierärztin, die für die CDU kandidierte und in ihrer Vorstellungsrede den Frauentag kritisierte: „Was soll der Unsinn an einem Tag im Jahr! Entweder die Frau hat immer ihre Achtung oder gar nicht… Natürlich werde ich als Frau diskriminiert. Das ist so eine Art Tradition, die in den Männern drinnen steckt. Männer mögen es nicht, wenn die Frauen zu viel wissen, da sind sie gehemmt.. Und wenn wir jetzt eine Revolution machen, dann können wir es doch gleich für beide vernünftig machen, oder nicht?“
Zitat einer damals 64jährigen, die von Anfang an beim Neuen Forum dabei war: „Ich habe mir gesagt, ich gehe in eine Basisgruppe. Aber sie redeten von Organisation und Strukturen. So viel über Organisation und Strukturen habe ich noch nie gehört – aber es ist keine da!“ Feminismus irritiert sie: „Die fürchterlichste Auswirkung des Patriarchats ist ja, dass diese Strukturen auch in uns, den Frauen sind… Es gibt keine alleinige Schuld der Männer. Auch Frauen tragen diese Schuld in sich.“ Der Begriff Demokratie erscheint ihr reformbedürftig: „Es gibt die sanfte Diktatur. Die Diktatur der Gewalt haben wir ja erlebt. Und wenn man ein bisschen Courage hatte, widerstand man der Diktatur. Aber diese sanfte Diktatur der Manipulation eines kapitalistischen Systems, die dringt tiefer ein. Der westliche Pluralismus ist ein Scheinpluralismus.“
Zitate einer Dolmetscherin, die in Australien lebte, unbedingt „eine deutsche Kommunistin werden“ wollte und deshalb 1963 in die DDR übersiedelte: „Dieser Staat (die DDR) hat die Geschlechter im Stich gelassen. Zu einem Zeitpunkt, als es dringend notwendig gewesen wäre, sich über diese Fragen auseinander zu setzen, war es nur in den vier Wänden der Ehe möglich. Das musste schief gehen. Wir haben hier eine abgebrochene Emanzipation, denn gleichzeitig gibt es diese ökonomische Selbständigkeit. Die Frauen sind ja in einer Weise emanzipiert, wie sie es ohne Erwerbsarbeit nie hätten sein können. Im Stich gelassen wurden wir auf der psychischen Ebene. Wie oft habe ich es erlebt als Dolmetscherin, als einziges Weib unter diesen wichtigtuerischen Männern, die mit mir umgegangen sind wie mit einer Dienerin, und na klar, diese blöden Witze über emanzipierte Frauen. Ich kann mich an einen Abend erinnern, da habe ich fast kotzen müssen.“
Erica Fischer/Petra Lux:Ohne uns ist kein Staat zu machen. DDR- Frauen nach der Wende. Kiepenheuer & Witsch, 1995, ISBN 3-462-02057-9
Rezension: Eva Kohlrusch
Status quo feministischer
Medien in Österreich und Deutschland
Ulrike Helmer Verlag 2008, 19,90 Euro
Mit der autonomen Frauenbewegung entstand in den 70er Jahren eine Vielzahl
feministischer Zeitschriften. Nicht wenige unter ihnen, die sich in der Medienlandschaft zunächst einen
sicheren Platz erobern konnten, sind inzwischen wieder vom Markt verschwunden. Geblieben
ist Österreichs einziges feministisches Monatsmagazin an.schläge, das 2008 sein
25-jähriges Jubiläum feierte. Aus diesem Anlass erschien ein Sammelband mit 18
Beiträgen über feministischen Medien im deutschsprachigen Raum. Der längst
fällige Überblick zum Status quo mit einem Schwerpunkt auf die Medienszene in
Österreich zeigt ein ungewöhnlich
breites Spektrum zu unterschiedlichen Themen und Handlungsweisen.
Rezension
von Marlies Hesse »
Eine unendliche Geschichte
VS Verlag für Sozialwissenschaften 2009, 19,90 Euro
Mehr als 40 Jahre ist es her, dass die Neue Frauenbewegung in Deutschland Kontur annahm.
Ihre
Vielfalt und Erfolge sind einer breiten Öffentlichkeit nur vage
bewusst. Zu einem differenzierten und historisch fundierten Gesamtbild
trägt nun im wahrsten Sinne des Wortes ein schwerwiegender Quellenband
(fast zwei Kilo) bei, in dem auf über 1000 Seiten der Entstehung und
ihrer Entwicklung dokumentarisch nachgegangen wird. Herausgegeben hat
ihn Ilse Lenz, Professorin für Geschlechter –und
Sozialstrukturforschung an der Ruhr-Universität Bochum. Aus einer Fülle
vorhandener Originalquellen wurden 262 Dokumente zu vier großen
Entwicklungsphasen zusammengetragen: Texte ganz unterschiedlicher
Art aus der Zeit zwischen 1968 und 2005.
Rezension
von Marlies Hesse »
Die Straße der
Tugenden
Horlemann Verlag Unkel, 2008, 19,90 Euro
Während in der Silvesternacht 1959 bärtige Revolutionäre den
blutrünstigen Diktator aus Havanna vertreiben, bringt Hortensia in der
ärmlichen Bauernkate der Pérez Valdés ihre dritte Tochter Chachi zur
Welt. Hortensia ahnt noch nicht, welch turbulente Zeiten das Schicksal
und die Revolution für ihre Familie bereit halten. Nie hätte sich
Hortensia zu erhoffen gewagt, einmal ihre drei Mädchen auf die Schule
zu schicken, nie hätte sie auch nur davon geträumt, dass Chachi und
ihre beiden Schwestern, die Zwillinge Beli und Mari, einmal die
Universität abschließen würden. Sogar Hortensia, die Mutter, schafft es
als Analphabetin bis an die Kasse einer Cafeteria in Havanna. Chachi
ist nicht nur so alt wie die Revolution, sie wird ihr auch einmal das
Leben, ihre Karriere als Ballerina, ihr Stipendium in Moskau verdanken
- und ihren Tod. Hortensia und ihre Töchter kämpfen, jede auf ihre
Weise, um ihr kleines Glück, doch sie alle zahlen schließlich einen
hohen Preis dafür. Die Chronik der Pérez Valdés ist ein Roman
über eine Familie von vier starken Frauen, der die private Geschichte
der kubanischen Revolution von 1959 bis heute erzählt.
Mehr
Infos: www.evakar.de
Mütter sind
auch Menschen
Orlanda Verlag 2008, 14,90 Euro
Sind Mütter ein Leben lang für unser Wohlergehen
verantwortlich?
Eine der Fragen, die Claudia Haarmann in ihrem zweiten Buch anspricht.
Die
Mutter war unsere erste Beziehung und die Verbindung mit ihr prägt uns
fürs Leben - vor allem beeinflusst sie unser späteres Beziehungsleben.
Wie sich Beziehung anfühlt, haben wir vor allem mit ihr erlernt und
erfahren. Ein Grund warum wir zu Wiederholungen im Beziehungsalltag
neigen.
Wie sehr die Biografie der Mutter die
Beziehung zu ihren Kindern
beeinflusst, das zeigen neue
Erkenntnisse sowohl aus der Bindungsforschung
und
Neurobiologie, als auch der Traumaforschung, die beschreibt, wie
schwierige
Verhaltensweisen über Generationen weitergegeben werden.
Wenn
es Töchtern gelingt, sich einmal in die Schuhe der eigenen Mutter zu
stellen,
ihre Geschichte zu begreifen, können sie besser verstehen, warum
die
Mutter ihnen nicht immer ihr Bestes geben konnte - so sehr sie es auch
wollte.
Der Weg zum Glück ist
ausgeschildert
Ch.
Links Verlag 2008, 14,90 Euro
Am Thema »Glück« haben sich schon viele Autoren versucht, und
ist
nicht inzwischen alles dazu gesagt? Nein, meint unsere
JB-Kollegin Bettina von Kleist. Die seriöse Glücksliteratur
beschränkt sich in der Regel auf allgemeingültige
Erkenntnisse.
Wie Glück im Alltag und im realen Leben von Menschen aussieht, bleibt
weitgehend ausgeklammert. Genau hier setzt Bettina von Kleist mit
ihrem neuen Buch an. Sie hat Frauen und Männer
unterschiedlichen
Alters in ausführlichen
Interviews dazu befragt und sich mit
der
wissenschaftlichen Glücksforschung beschäftigt. Bettina von
Kleist, deren letztes Buch
»Wenn der Wecker nicht mehr
klingelt.
Partner im Ruhestand« zum Bestseller wurde, hat mit ihrer neuen
Veröffentlichung einen klugen Wegbegleiter zu einem ersehnten
Lebensziel vorgelegt.
Den letzten Abschied selbst
gestalten
Erscheinungsdatum:
22.9.2008
Christoph Links Verlag, 14,90 Euro
In unserer modernen Gesellschaft sind wir ständig mit
Neuerungen in
allen Lebensbereichen konfrontiert, aber hat sich auch der Umgang mit
dem Tod gewandelt? Dieser Frage geht JB-Kollegin Magdalena Köster in
ihrem neuesten Buch nach. Alternativen
gibt es
inzwischen überraschend viele, wie das Buch von Magdalena Köster zeigt.
Vom privaten Friedhof über den Friedpark, Friedwald bis zum Trauerwald
werden diese vorgestellt. Auch zu Särgen und Urnen in barockem Kitsch
gibt es inzwischen zahlreiche – vor allem umweltfreundliche –
Alternativen, von selbst bemalten Särgen bis zum Ökosarg aus Faltpappe
oder der Urne aus Maisstärke.
Erbenstreit und Mediation. 21
Familienkonflikte
U.Helmer
Verlag, 19,90 Euro
Nirgendwo wird so gelogen und betrogen wie beim Erben. Da
werden
Testamente gefälscht oder Bilanzen. Wohnungen
und Konten
werden leer geräumt, als ginge es um herrenloses
Strandgut.
Dabei wird nichts anderes betrieben als ganz
gewöhnlicher
Betrug und Diebstahl. Beim Erben entstehen keine neuen Konflikte – aber
die alten brechen wieder auf. Doch wenn Geschwister Prozesse
gegeneinander führen, entsteht Dauerfeindschaft. Sibylle Plogstedt hat
sich in Familienbetrieben, auf Bauernhöfen und in Handwerksbetrieben
umgetan und allerlei
schreckliche Fälle von Erbstreit kennen
gelernt. Doch sie hat auch mit Erbmediatoren, betrieblichen Coachs und
Beratern gesprochen, die sich der Erbproblematik annehmen, um das
Schlimmste zu verhindern. Wer trotz des Erbes den Kontakt zu seinen
Verwandten nicht verlieren mag, sollte sich rechtzeitig fürs
»sanfte Erben« entscheiden. Denn erben kann man lernen ....
Was will mein Baby
sagen?
Knaur
Verlag, 14,95 Euro
Elke Brüser und ihre Koautorin Rose Riecke-Niklewski
möchten Erwachsenen die Augen öffnen für die Kommunikationsfähigkeiten
von
neugeborenen Babys, für ihre Wünsche und für das wunderbare Leben mit
kleinen Kindern. Es wird aber auch nicht verschwiegen, dass es beim
Zusammenleben mit Neugeborenen und Babies auch schwierige
Situationen, nervenaufreibende Stunden und Verzweifelung geben
kann.
"Was
will mein Baby sagen?" ist ein Ratgeber, der eigentlich gar kein
Ratgeber sein möchte - zumindest nicht im herkömmlichen Sinne. Die
Autorinnen wollen ihren Leserinnen (und Lesern) nicht
sagen, wo es
lang geht oder billige Patentrezepte
vermitteln. Elke Brüser: "Unser Anliegen war es, Eltern
darin zu bestärken, ihren eigenen Weg zu gehen und
sich für das Neugeborene zu öffnen - sich auf das Baby einzulassen,
sich
Zeit zu nehmen, von Perfektionsmus zu verabschieden. An manchen
Entwicklungen
üben wir auch Kritik, etwa an der Mode, Zeichensprachkurse mit
dem Baby zu besuchen, damit es früher kommunizieren kann.
Ein Blödsinn und eine zweifelhafte Frühförderung, denn auf ihre Weise
kommunizieren
die Kleinen von Anfang an."
Ein ganzheitlicher Blick auf
Hedwig Dohm
Berlin: Trafo
Verlag 2008. 329 Seiten. 39,80 Euro
Als politische Essayistin und Polemikerin ist Hedwig Dohm noch
heute bekannt. Ihr literarisches Werk hingegen wurde lange Zeit
unterschätzt und diente hauptsächlich der Rekonstruktion ihrer
Biografie. Warum das so ist, was bei einer solchen Lesart verloren geht
und warum Dohms Protagonistinnen kein Spiegel ihrer Selbst sind, zeigt
Isabel Rohner in ihrer lesenswerten Dissertation „In litteris veritas.
Hedwig Dohm und die Problematik der fiktiven Biografie“.
Rezension
von Marlies Hesse »
Gundula Thors: Literarische
Strategien Hedwig Dohms
Trafo Verlag,
29, 80 Euro
„In meinen Geschichten schrak ich vor nichts zurück“ lautet
die
Unterzeile, der 1999 vollendeten und 2008 als Buch veröffentlichten
Magisterarbeit von Gundula Thors. Mit diesem Zitat weist die Autorin
auf das Anliegen Hedwig Dohms hin, den Frauen der Wilhelminischen
Epoche die Scheu vor dem Lesen zu nehmen. Thors zeigt auf, welche
Methoden und Tricks die Schriftstellerin anwandte, um ihre Leserinnen
zu fesseln und ihre Gesellschaftskritik an die Frau zu bringen.
Rezension
von Tina Stadlmayer »
Rosenberger, Pitsch und Lange
(Hg.). "Habt ihr keine Männer?"
VSA-Verlag
12,80 Euro
2007 feiert die Gewerkschaft
Nahrung-Genuß-Gaststätten (NGG)
ihre engagierten Frauen mit einer Buchveröffentlichung: In
Reportagen, Protokollen und Interviews werden Betriebsrätinnen und
Funktionärinnen vorgestellt.
Rezension
von Claudia Pinl »
Rose
Gerdts-Schifflers: Brandfährte
Schünemann
Verlag, 2008, 15,80
Euro
Eine junge
Frau verbrennt in ihrer Wohnung in Findorff. Ein tragisches Unglück,
wie es scheint – aber dann findet der Brandsachermittler einige
Ungereimtheiten. Der Fall geht an die Bremer Kripo. Bald kommen die
Ermittler Frank Steenhoff und Navideh Petersen einem psychoiden Stalker
auf die Spur…
Rezension
von Tina Groll »
Jutta Rosenkranz: Mascha Kaléko”
Biografie München 2007 dtv-Premium
“Jutta Rosenkranz ist eine gut recherchierte, faktenreiche und dennoch angenehm lesbare Lebensbeschreibung gelungen, die mit dem so leichtbeschwingten Oeuvre der Porträtierten in wunderbarem Einklang steht.”
Bonner General-Anzeiger
"Frauen
in Wirtschaft und Gesellschaft"
IW-Dossier,
2007, 16,80
Euro
Daten und
Fakten rund um Frauen in Deutschland enthält das Dossier "Frauen in
Wirtschaft und Gesellschaft" von JB-Mitglied Brigitte Lausch.
mehr»
Nerven lohnt - der neue Oeckl
Oeckl
Verlag
Kann man einen Oeckl
besprechen? Ja, man kann die Auswahl der Adressen anschauen. Zum
Beispiel schauen, wie viele Adressen von Frauen, Frauenverbänden,
Organisationen dabei sind. Mehrere Jahre habe ich mir die Mühe gemacht
und gezählt.
Rezension
von Sibylle Plogstedt »
Schröder
gegen Merkel
VS Verlag, Wiesbaden 2007, 24,90
Euro
Kein anderes Medienereignis erreichte 2005 so viele
ZuschauerInnen wie das Fernsehduell zwischen Gerhard Schröder
und Angela Merkel. Mit der unterschiedlichen Wahrnehmung und Wirkung
des
TV-Duells bei west- und ostdeutschen RezipientInnen befasst
sich die bereits im Sommer 2007
erschienene Publikation „Schröder gegen Merkel“.
Rezension
von Marlies Hesse »
Der
Journalisten-Report: Österreichs Medien und ihre Macher
Fakultas
Verlag, 2007, 18,40 Euro
Der durchschnittliche
männliche Journalist in Österreich arbeitet im Printbereich
und verdient zwischen 3.000 und 5.000 Euro; die durchschnittliche
Journalistin arbeitet beim Radio oder Fernsehen und
verdient unter 3.000 Euro. Daten, Fakten und Analysen geben
ein Überblick über den Medienmarkt im Nachbarland, auch unter
Genderaspekten.
Rezension
von Marlies Hesse »
Julia
Koch: Frauen im Journalismus - Die ungleiche Machtverteilung in den
Medien
VDM Verlag Dr. Müller, 2007,
49,00 Euro
Die
Frauen in der einstigen Männerdomäne Journalismus werden diskriminiert,
auch wenn der Journalismus längst kein typisch männliches Berufsfeld
mehr ist. Doch die Journalistinnen haben noch immer nicht gelernt,
miteinander zu kooperieren.
Rezension
von Tina Groll »
Aviva-Berlin.de:
Frauenportal im Internet
Eine Empfehlung von: Tina Groll.
Das
Berliner Frauenportal AVIVA-BERLIN ist einen Klick wert:
Chefredakteurin Sharon Adler und ihr Team produzieren seit sieben
Jahren ein anspruchsvolles Online-Magazin für Frauen.
Ob
politische Hintergrundberichte über die Tränen der Hillary Clinton in
Portsmouth, Rezensionen über Simone de Beauvoirs Bücher anlässlich
ihres 100. Geburtstag, aber auch Fortbildungs- und
Veranstaltungshinweise für Frauen und eine hervorragende Linksammlung –
auf AVIVA-Berlin sind auch die einen oder anderen Artikel so mancher
JB-Kollegin zu finden.
Der Newsletter des Magazins
rundet das hervorragende Infoservice-Angebot ab.
Interesse?
Dann surft schnell vorbei auf: www.aviva-berlin.de.
Gisela
Brackert: Gott ist eine Frau und sie wird älter
Ulrike
Helmer Verlag 2007, 14,90 Euro
Gisela Brackert,
JB-Mitbegründerin und
langjährige Leiterin des hr-Frauenfunks, wählte diesen Satz als Titel
für ihr druckfrisches Buch. Die frauenbewegte
Autorin und
engagierte Christin will damit zum weiteren Nachdenken anregen.
Rezension
von
Heidrun Wulf-Frick »
Heidi Wahl: Reden
für private Anlässe
Gräfe und Unzer Verlag, München 2007,
12,90 Euro
„Schenken Sie doch einfach
Worte", lautet der Untertitel dieses Ratgebers. Ein schöner
Gedanke, gerade für uns Journalistinnen.
Denn: Schenken wir nicht alle Worte?
Rezension
von
Doris Burger »
Ulrike
Vogel: Meilensteine der Frauen - und
Geschlechterforschung
VS Verlag für
Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2007, 16,90 Euro
An den Hochschulen der Bundesrepublik etablierte sich in den
1970er
Jahren die Frauen- und Geschlechterforschung. Aus verschiedenen Sozial-
und Geisteswissenschaften entwickelten sich geschlechtsspezifische
Fragestellungen und führten zu eigenen empirischen Befunden.
Rezension von Marlies Hesse »
Christina
Holtz-Bacha und Nina König-Reiling (Hrsg): Warum nicht gleich?
VS Verlag, Wiesbaden 2007, 22,90 Euro
Nicht nur für Renate Schmidt, Heide Simonis über
Claudia Roth
bis hin zur EU-Abgeordneten Silvana Koch-Mehrin stellt sich die Frage,
ob sie sich anders vermarkten müssen als ihre männlichen Kollegen. Auch
Wissenschaftlerinnen und Journalistinnen haben sich mit der Frage, wie
die Medien mit Frauen in der Politik umgehen beschäftigt.
Rezension von Marlies
Hesse »
Doris Burger:
Power-Nordic-Walking
Rowohlt Taschenbuch, Hamburg 2007,
9,90 Euro
Noch vor
ein paar Jahren wurden die dynamischen Geländegeher mit den zwei
Stöcken
spöttisch belächelt. Doch inzwischen ist Nordic-Walking zu einer
„richtigen“
Sportart geworden.
Rezension von
Heidi Wahl »
Regine Igel:
Terrorjahre
Herbig März 2006, 24,90 Euro
Vor drei
Jahrzehnten wurde die Öffentlichkeit schon einmal durch
Terroranschläge, vor allem in Italien, in Atem gehalten.
Das Buch zeigt, dass die dramatischsten Politthriller die
Politik selbst schreibt.
mehr »
Simone Spohr:
Willkommen in Frankfurt
B3 Verlag Frankfurt 2006, 7,95 Euro
Frankfurt/Main hat mehr zu bieten als
Hochhäuser und Männer in sehr langweiligen Anzügen.
Rezension von
Ursula Ottl »
Friederike
Hermann: Unter Druck
VS
Verlag für Sozialwissenschaften 2006, 212 Seiten, 19,90
Euro
Die
Qual mit dem Text - Werkstattberichte von Journalistinnen und
Autorinnen und die jüngsten Ergebnisse der Schreibforschung.
Rezension von
Marlies Hesse »
Siegfried
Weischenberg et al:
Die Souffleure der Mediengesellschaft.
UVK
Verlagsgesellschaft, 315 Seiten., 19,90 Euro
Die
wissenschaftliche Nachfolgestudie über
“Journalisten in Deutschland“ hat lange auf sich warten lassen.
Seit 1993 gab es keine verbindlichen Zahlen
mehr, wie sich die journalistische Landschaft und damit
auch das Berufsfeld verändert hatten.
Rezension
von
Marlies Hessel »
Gisa Klönne: Unter dem
Eis
Ullstein Verlag, 2006, 400 Seiten, 18,00 Euro
Kriminalkommissarin
Judith Krieger und ihr Kollege Manni Korzilius, die Hauptfigur aus Gisa
Klönnes Debütroman "Der Wald ist Schweigen", sind zurückgekehrt.
Rezension von
Corinna Blümel »
Bettina
von Kleist: Wenn der Wecker nicht mehr klingelt - Partner im Ruhestand
Christoph Links Verlag, 2006, 240 Seiten, 14,90 Euro
Die
Berliner Journalistin Bettina von Kleist hat mit 40 Ruheständlern, vor
allem Paaren, ausgiebige, einfühlsame Interviews geführt. Ihr Fazit:
Nicht alle von ihnen sind glücklich mit der neuen Situation.
Rezension von Gabriele Heise »
Silke Lambeck und Regine
Zylka: Das große Jein. Zwanzig Frauen reden über die Kinderfrage
Rowohlt Verlag, 2006, 256 Seiten, 16,90 EUR
20
Frauen berichten, warum sie sich für oder gegen Kinder entschieden
haben und welche Auswirkungen das auf ihr Leben hatte.
Rezension von Tina
Stadlmayer »