Wie Medien mit Frauen in der Politik umgehen
Wie die
Medien mit Frauen in der Politik umgehen, ist seit der Beteiligung des
Journalistinnenbundes am „Global Media Monitoring Project“ (GMMP)
bereits bekannt.
Basierend auf einer Tagung 2006 an der
Universität Erlangen-Nürnberg unter Leitung der
Kommunikationswissenschaftlerin Christina Holtz-Bacha enthält die jetzt
erschienene Publikation „Warum nicht gleich?“ die Aufbereitung
der Beiträge von Politikerinnen, Wissenschaftlerinnen und
Journalistinnen.
Für Renate Schmidt, Heide Simonis über
Claudia Roth bis hin zur EU-Abgeordneten Silvana Koch-Mehrin stellt
sich die Frage, ob sie sich anders vermarkten müssen als ihre
männlichen Kollegen oder warum sie zu ihrer Unterrepräsentation in den
Medien noch immer Grund zur Klage haben.
Auf journalistischer
Seite bringen u.a. Bettina Schausten (ZDF) und Birgitta Stauber-Klein
(WAZ) ihre deutlich werdenden Erfahrungen ein, dass der
Journalismus trotz aller Fortschritte noch immer ein männliches
Geschäft geblieben ist. Daran ändere auch der hohe Eintrittsboom junger
Nachwuchsjournalistinnen wenig, konstatiert die Medienwissenschaftlerin
Romy Fröhlich.
Am Aufstieg in die Führungsebene mache sich das
seit den 90er Jahren kaum bemerkbar. Auch die Soziologin Beate Höcker
sieht anhand statistischer Bestandsaufnahmen im Politikbereich eine
Geschlechterparität noch in weiter Ferne. Mit einer
geschlechterorientierten Medienvermittlung befasst sich Mervie Panttie
(Universität Amsterdam), indem sie die Analysen aus dem EU-Projekt “
Portraying Politics“ näher vorstellt.
In fast allen Beiträgen
kommt der Umgang der Medien mit Angela Merkel zur Sprache. Dabei
überrascht nicht, dass sich die Beobachtungen weitgehend mit denen
des Journalistinnenbundes zu seinem „Angela Watch“ decken. Dies
gilt auch für die Thematik des Sammelbandes, die den Ergebnissen
der JB-Studie „Präsenz von Frauen in den Nachrichten“ gleichen, auf den
die Herausgeberin Holtz-Bacha in ihrer Einleitung Bezug nimmt.
In
Anbetracht der noch relativ wenigen Befunde über die Darstellung der
Politikerinnen in den Medien bereichert die Veröffentlichung die
Fachliteratur.
Besprochen
von Marlies HesseChristina Holtz-Bacha und Nina König-Reiling (Hrsg): Warum nicht gleich? Wie die Medien mit Frauen in der Politik umgehenWiesbaden:VS Verlag für Sozialwissenschaften 2007, 218 S., Br. EUR 22,90, ISBN 978-3-531-15357-5
