JB-Treffen im Dezember
Zum Jahresausklang gab es wie üblich ein amüsantes und "netzwerk-reiches" Weihnachtsessen -- diesmal im portugiesischen Restaurant Gusto. Dorthin kamen nicht nur langjährige JB-Kolleginnen, sondern auch erfreulich viele neue Gäste! Für unseren Julklapp brachten wieder alle ihr schönstes, investigativstes oder auch ärgerlichstes Stück mit und stellten es vor. Gemeinsam freuten wir uns über die *Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland*, die Friederike Sittler im Dezember vom Bundespräsidenten Horst Köhler erhalten hatte, und verabschiedeten sie als unsere Regionalsprecherin. Ab 2010 vertritt nun die Wissenschaftsjournalistin Elke Brüser an der Seite von Katrin Lechler die Berliner Regionalgruppe.
JB-Treffen im Juni
Tatort "Pharmamarketing".
Arzneimittel und Therapien, die in den Medien als Innovation gefeiert werden, machen sich für die Pharmaindustrie rasch bezahlt. Kein Wunder, dass nicht nur Patienten, Ärztinnen und Ärzte via Werbung beeinflusst werden, sondern auch JournalistInnen als wichtige Multiplikatoren. Zu Pressekonferenz und Workshops laden der Arzneimittelanbieter gezielt firmentreue "Experten" ein, und Medien, die sich über Arzneimittelwerbung finanzieren, machen sich in ihren redaktionellen Beiträgen von diesen Geldgebern abhängig. Elke Brüser, die seit Jahren für das Wissenschaftsressort der Süddeutschen Zeitung arbeitet und die werbefreie Gesundheitszeitschrift "Gute Pillen -- Schlechte Pillen" mitinitiiert hat, berichtete uns, wie Pharma-Riesen die journalistische Recherche beeinflussen und wie wir uns (z.B. durch unabhängige Informationsdienste) dagegen wehren können.
JB-Treffen im Mai
Vorwurf "Kindesverwahrlosung".
Sybille Plogstedt ist Mitbegründerin der Frauenzeitschrift "Courage" und langjährige Hörfunk- und Filmautorin. Sie begleitet seit fünf Jahren die Familie Schmitz aus Bonn und erzählt für das Fernsehen deren Geschichte. Eine erschütternde Doku, denn mit ihren 16 Kindern ist die Familie -- und besonders die Mutter Gertrud Schmitz - maßlos überfordert. Andererseits hängen Kinder und Eltern aneinander -- und immer wieder gibt es Ärger mit dem Jugendamt. Ein Weg, der allen gerecht werden kann, ist bis heute nicht gefunden, und es gibt ihn wohl auch nicht. - Was es in einer solchen Situation bedeutet, mit der Kamera stundenlang vor Ort zu sein, wie die Filmemacherin mit persönlicher Nähe und Distanz umging und umgeht, diskutierten wir mit Sybille.
JB-Treffen im April
Tatort Boulevard.
Seit fast 40 Jahren ist Eva Kohlrusch unterwegs im Boulevardjournalismus. Bei der Hamburger Morgenpost "wenn man sie schräg hält, tropft das Blut raus, hieß es damals" hat sie mal angefangen, bei der Brigitte hat sie weiter gemacht, später dann versucht das Frauenbild in der Bild zurechtzurücken -- woran sie scheiterte - und ist bei der Bunten hängen geblieben. Die Lust am Boulevard ist ihr nie abhanden gekommen, mit Vereinfachung und Zuspitzung hat sie keine Probleme, unlautere Methoden, um Sensationelles herauszufinden, lehnt sie ab. Eva schreibt gern über die Stars und Sternchen, in denen sich viele Menschen spiegeln. Wie sie versucht, beim Klatsch über Promis den Horizont des Lesepublikums auszudehnen, machte sie uns an konkreten Beispielen klar. -- Man muss den Boulevard nicht mögen, aber Eva Kohlrusch ist als Vorsitzende des Journalistinnenbundes unglaublich erfrischend. Ihre neueste Passion, Gartenbücher, sind dies sicher auch, z.B. "Besondere Frauen und ihre Gärten" (2009).