Regionalgruppe Berlin

Wir treffen uns in der Regel jeden dritten Dienstag im Monat. Einladungen werden per E-Mail verschickt und der nächste Termin auf dieser Webseite angekündigt. Interessentinnen, die noch nie bei einem Treffen waren, können direkt vorbeikommen oder sich vorher bei den Regionalgruppen-Sprecherinnen melden.

Elke Brüser, T: 030 / 7959 535, elke.brueser@t-online.de

Patricia Thivissen , T: 030 / 80927157, info@patricia-thivissen.de

Alle Fragen zum Netzwerken:
Katrin Lechler, T: 030 / 7565 1374, KatrinLechler@web.de

Der nächste Termin:

Einladung zum JB-Treffen

am 17. Januar 2012 um 19.30 Uhr

ab 19 Uhr Zeit zum Netzwerken
im Konferenzraum der taz
Rudi-Dutschke-Straße 23
10969 Berlin

 
Liebe Kolleginnen,

wir wünschen euch ein frohes, gesundes und erfolgreiches Jahr 2012! Bei unserem ersten Treffen im neuen Jahr soll es um die Planung der kommenden Regionalgruppentreffen gehen ­ schöne Ideen gibt ees bereits, wir freuen uns aber auf spannenden Input aus der Gruppe.

Wie immer ist unser Ziel eine bunte Mischung: Wir können unsere Kenntnisse im journalistischen Handwerk auffrischen oder erweitern, Workshops organisieren, zum Beispiel für Moderation oder Rhetorik, über den Tellerrand schauen und Kolleginnen einladen, die von ihrer Arbeit berichten, oder über frauenspezifische Themen diskutieren…

Wie schon in den Jahren zuvor möchten wir dabei die Regel beibehalten, dass die Frau, die ein Thema vorschlägt, auch Organisation und Moderation übernehmen kann ­ die Regionalgruppensprecherinneen unterstützen dabei gerne.

Berichten können wir auch über den Planungsstand für das diesjährige Jahrestreffen in München (2012) und darüber, was sich in der Öffentlichkeitsarbeit und an der Präsenz des JB bessern soll. Vielleicht gibt es auch eine unter euch, die sich für den Webauftritt unserer Regionalgruppe stark macht.

Außerdem: Wer hat Lust als Bloggerin beim JB aktiv zu werden? Schaut mal unter http://watch-salon.blogspot.com/, ob ihr da mitmachen wollt. Und dann einfach bei uns melden.

Wir hoffen auf einen angeregten Austausch und freuen uns auf euch!

Herzliche Grüße

Patricia und Elke

Patricia
Tel: 030/80927157
Mob: 0176/81158647

Elke
Tel: 030/7959535
Mob: 0163/5607374



Zurückgeblickt: 2011

Festvortrag zum Tag der Menschrechte
Sind die UN-Frauenrechte eine Erfolgsgeschichte?

Ja, lautet das Urteil von Cees Flinterman, Honorarprofessor für Menschenrechte in den Niederlanden. Es dauerte zwar viele Jahre seit der Erklärung der Menschen- und Frauenrechte im Jahr 1948, bis die Menschen Vertrauen in die Vereinten Nationen fassten. Doch seit 1967 ist die Zahl der Fälle gewachsen, in denen sich Personen wegen der Verletzung von Menschenrechten an die UN wandten. Damals sei es politisch noch nicht möglich gewesen, die Missetäter direkt zu benennen, so Flinterman in seinem Festvortrag zum Menschenrechtstag im Dezember 2011 an der Humboldt-Universität Berlin (HU). Eingeladen hatte das Königreich der Niederlande und das Institut für Interdisziplinäre Rechtsforschung an der HU.

Das ist heute anders. Auch sind in den UN-Frauenrechten von 1980 noch einmal explizit Diskriminierungen von nicht-staatlicher Akteuren aufgenommen worden, da sich viele Rechtsverletzungen im privaten Raum abspielen – eine Weiterentwicklung der Menschenrechte, die ohne Frauenorganisationen nicht zustande gekommen wäre, so Flinterman.

Doch obwohl es einen juristischen und politischen „Werkzeugkasten“ gibt, um Menschenrechtsverletzungen anzuprangern, können die Täter oft nur von internationalen, nicht von nationalen Gerichten angeklagt werden. Es fehlt an Kontroll- und Sanktionsmöglichkeiten. Und nicht zuletzt gibt es immer noch Staaten, die das Abkommen nicht unterzeichnet haben: Zum Beispiel Iran, Sudan und die USA.

Um die Arbeit des Menschenrechtsrats der Vereinten Nationen zu verbessern, müssen vor allem Nichtregierungsorganisationen noch mehr länderspezifische Informationen bereitstellen, sagte Flinterman – eine Aufgabe auch für den Journalistinnenbund? Zum Beispiel, indem ein sogenannter Schattenreport an die Adresse der International Women's Rights Action Watch (IWRAW) geschrieben wird:Externer Link www.umn.edu/humanrts/iwraw/reports.html

Vertreterinnen des Aktionsbündnisses muslimischer Frauen kritisierten in der anschließenden Diskussion, dass Frauen mit Kopftuch auf dem deutschen Arbeitsmarkt diskriminiert würden. Zu dieser Frage konnte Flinterman keine erhellenden Antworten geben. Auf Nachfrage riet er ihnen, sich wegen einer möglicherweise doppelten Benachteiligung (Religion und Gender) an die deutschen Instanzen zu wenden.

Katrin Lechler, JB Berlin

 

JB-Treffen im November 2011
Werkstattgespräch mit der Fernsehjournalistin Caroline Walter zum Thema „Investigativ recherchieren“

Caroline Walter. Foto: C. Walter/Hoffmann und Campe
Caroline Walter
Foto: C. Walter/Hoffmann und
Campe

Wer investigativ arbeitet, muss viel Zeit und Ausdauer investieren und ein dickes Fell mitbringen – das war nach unserem Werkstattgespräch mit rbb-Journalistin Caroline Walter (Kontraste) allen klar. Einschüchterungsversuche sind häufig: Diese fangen, so erzählt sie, bei der einfachen Frage an, ob sie als Redakteurin oder freie Journalistin arbeite (mit dem Hintergrund, dass eine freie Journalistin einen Rechtsstreit schlechter aussitzen kann), und reichen über Gegendarstellungen bis hin zu Klagen und Gerichtsverfahren.
 
Umso wichtiger ist es daher, als investigative Journalistin das Handwerk zu beherrschen: Dazu gehört es, Betroffene und Experten zu finden und verdeckt zu recherchieren. In einem ihrer Kontraste-Beiträge zeigte Caroline Walter, wie Pharmafirmen mit Hilfe spezialisierter Agenturen positive Artikel zu verschreibungspflichtigen Medikamenten in Zeitschriften mit großer Reichweite platzieren. Sie nennen darin Wirkstoff und sogar Präparatenamen, obwohl das verboten ist. Um das aufzudecken und zu belegen, gründete sie (mit ihrem Kollegen) zum Schein eine eigene Arzneimittelfirma, die angeblich ein Medikament gegen Alzheimer entwickelt hatte, und ließ sich in einer Agentur für das mediale Marketing beraten.

Da sie sich in einer solchen Recherche nicht als Journalistin zu erkennen geben darf, sind versteckte Kamera, Verpixelung der Gesichter und Gedächtnisprotokolle der Gespräche obligatorisch – auf keinen Fall darf frau nämlich heimlich Gespräche mitschneiden.

Trotz diverser Verfremdungseffekte, die die Persönlichkeitsrechte der im Film gezeigten Menschen schützen sollen, häufen sich die Klagen gegen investigative Beiträge, berichtet Caroline Walter. Wenn sich einige Vorhaltungen und Forderungen durchsetzen sollten, zum Beispiel, dass man ja auch anhand der Kleidung einen Menschen identifizieren kann, sieht sie für den investigativen Fernsehjournalismus schlechte Zeiten aufziehen. Stressig und druckvoll sei ihr Job, sagt sie, aber sie ist auch überzeugt, etwas bewirken zu können. „Sonst würde ich das wahrscheinlich nicht alles auf mich nehmen.“

Der genaue Kontraste-Beitrag (wie auch andere von Caroline Walter) ist im Internet abrufbar in der Rubrik Externer Link Über den Tag hinaus.

Das beim Recherchieren gesammelte Material fand Eingang in ein Buch, das demnächst als Taschenbuch erscheint: Caroline Walter & Alexander Kobylinski, Patient im Visier. Die neue Strategie der Pharmakonzerne, Hoffmann und Campe, 2010

 

JB-Treffen im Oktober 2011
Austausch unter Kolleginnen: Die Praxis des Interviews – Sinn und Unsinn der Autorisierung

Es ist eine deutsche Sitte, die bisweilen zur Unsitte verkommen ist: die Autorisierung bei Interviews im Printbereich. Wir haben uns im Konferenzraum der taz getroffen und uns im Kolleginnenkreis über Probleme im Umgang mit Interviewpartnern ausgetauscht.

Bascha Mika, ehemalige taz-Chefredakteurin, nannte die Autorisierungspraxis einst Betrug am Leser. 2003 erregte die taz Aufsehen, als sie ein Interview mit dem damaligen SPD-Generalsekretär Olaf Scholz geschwärzt auf den Titel brachte – nachdem es bei der Bitte um Autorisierung wohl erheblich umgeschrieben worden war.

Doch nicht nur der Umgang mit Politikern und Prominenten kann schwierig sein. Auch Interviewpartner aus dem „normalen Leben“ bestehen auf Autorisierung – obwohl wir zu dieser weder juristisch noch berufsethisch verpflichtet sind. Einig waren wir uns darin, dass es bei Texten, in denen die Protagonisten viel von sich preisgeben, nur fair ist, wenn diese mit den Interviewten abgeglichen werden. Gerade Experten wie ÄrztInnen oder JuristInnen neigen dazu, einen Text für Laien in ihre Fachsprache umzuschreiben – für manche ist das eine Zwickmühle: Einerseits müssen wir die Texthoheit behalten, andererseits verschafft es Faktensicherheit, wenn Experten gegenlesen. Und das gilt nicht nur für Interviews, sondern auch für andere Texte.

Bei der Autorisierung bestimmen Auflagengröße und Bekanntheit des Mediums die Stärke der Verhandlungsposition. Wenn die Änderungen durch den Interviewpartner zu weit gehen, kann frau zunächst versuchen, dies argumentativ zu lösen. Notfalls können wir mit Verzicht auf den Abdruck oder mit der Ersetzung durch ein unautorisiertes Porträt drohen. Diese Taktik funktioniert natürlich bei einer angesehenen Tageszeitung besser, als bei einem eher unbekannten Magazin. Und ist für Redakteurinnen einfacher zu handhaben, als für freie Autorinnen.

Weitere praktische Tipps nach Christian Thiele, Playboy-Textchef und Autor des Buches „Interviews führen“: Das Interview als PDF oder Fax zur Freigabe schicken, Word-Dokumente laden nur zum Verändern ein. Und ganz wichtig: Das Interview aufnehmen. Ein Mitschnitt ist die beste Argumentationsgrundlage.

 

JB-Treffen im September 2011

Zwangsprostitution und Menschenhandel – Elend mit EU-Pass
Info-Abend mit der Menschenrechtsexpertin Inge Bell und der Leiterin des Dezernats Menschenhandel beim LKA in Berlin

Copyright: P. Thivissen
Heike Rudat (l.) und Inge Bell. © P. Thivissen

Niemand weiß, wie viele Mädchen und junge Frauen jährlich das Opfer skrupelloser Menschenhändler werden und anschaffen müssen. Klar ist aber, dass die meisten aus Osteuropa kommen und viele mit einem Touristenvisum in westeuropäischen Hauptstädten unterwegs sind. Dass sie nicht freiwillig hier sind, hat Inge Bell mehrfach recherchiert und in eindrucksvollen TV-Berichten und dem Buch „Verkauft, versklavt, zum Sex gezwungen“ zusammengefasst (Kösel 2010, 3. Aufl.).

Ihr Film „In der Falle“ demonstrierte uns, mit welchen Tricks Männer auf dem Balkan junge Frauen, die im Westen ihr Glück suchen wollen, zunächst vor Ort zur Prostitution zwingen und sie dann weiterverkaufen. Von Unrechtsbewusstsein keine Spur!

Dabei leiden diese Frauen, selbst wenn sie nur einige Wochen auf den Strich mussten, oft jahrelang an Schlafstörungen, Krämpfen oder Albträumen – und bräuchten dringend eine Traumatherapie. Auf dem Straßenstrich haben sie unter Zwang, Schlägen und Drogen täglich viele Stunden Freier bedienen müssen.

Warum es so schwer ist, diesen Frauen zu helfen, erklärte uns Heike Rudat, die das Dezernat Menschenhandel beim LKA Berlin leitet: Sie werden von Männern ihrer eigenen Ethnie, die ihre Sprache sprechen und an denen sie oft emotional hängen, auf die Straße geschickt. Mit  EU-Pass oder Touristenvisum ausgestattet, haben sie ein Recht, in Deutschland zu sein. Und weil bei uns Prostitution legal ist, sind sie ihrem Schicksal ausgeliefert. Sie müssen sich schon selbst um Hilfe bemühen, d.h. sich an die Polizei wenden, wenn sie dem Wahnsinn entkommen wollen. Doch Drohungen der Zuhälter, z.B. dass in diesem Falle der Familie in der Heimat etwas geschehe, halten sie davon ab.

Leider tauchen osteuropäische Frauen, die durch Menschhändler nach Berlin gekommen sind, nur selten in Beratungsstellen auf – etwa zur ärztlichen Untersuchung. Denn dort könnte man auf sie einwirken und dafür sorgen, dass sie sich vor Geschlechtskrankheiten schützen – oder sie behandeln. Aber als menschliche Handelsware werden sie oft rasch an einen anderen Ort verfrachtet – noch bevor die Polizei ihren Zuhältern auf die Schliche gekommen ist. Nicht um diese Frauen zu kontrollieren, sondern um ihnen zu helfen, befürwortet Heike Rudat eine Registrierungspflicht für Prostituierte und vor allem ein Führungszeugnis für alle Zuhälter.


JB-Treffen im Juli 2011
Hat das Gehirn ein Geschlecht?

Prof. Dr. Anelis Kaiser, Pressestelle TU-Berlin
Anelis Kaiser, Pressestelle TU-Berlin
Neuroforschung wird häufig von gesellschaftlichen Geschlechterkonstruktionen beeinflusst, sagt Anelis Kaiser, Psychologin und Gastprofessorin im Bereich Gender Studies an der TU Berlin. Eine Antwort auf unsere Ausgangsfrage will sie indes nicht geben. Vielmehr beleuchtet sie kritisch die Herangehensweise der NeurowissenschaftlerInnen an dieses Thema. Üblich ist nämlich, nach Unterschieden zwischen dem männlichen und dem weiblichen Gehirn zu suchen – in der Sexualität, im Zusammenspiel mit den Hormonen oder durch Tests zum räumlichen Vorstellungs- oder Sprachvermögen. Und das alles unter dem Blick der Magnetresonanztomografie (MRT).

Anelis Kaiser zeigte: Es gibt statistisch signifikante Unterschiede. Doch wie das Bild des Gehirns gedeutet wird, das mit der MRT entsteht, hängt auch von Schwellenwerten ab, die WissenschaftlerInnen als aussagekräftig auswählen. Grundsätzlich favorisiert Kaiser den Ansatz der Psychologin Cordelia Fine, die die Auflösung des sozialen Geschlechts (delusion of gender) bei wissenschaftlichen Untersuchungen für realistischer hält.

Leider zementieren einige Medien immer noch überholte  neurologische Unterschiede zwischen Männern und Frauen. Im abgebildeten  Beispiel wurde weiblichen Gehirnen gar ein Shopping-Areal zugeschrieben. Anelis Kaiser riet uns Journalistinnen, neurowissenschaftliche Untersuchungen geschlechterkritisch zu hinterfragen. Und gab noch einen wichtigen Hinweis: Das Gehirn ist plastisch. Es kann sich verändern – durch Übung. Eine aufgeschlossene Ansprechpartnerin für Anschlussfragen haben wir jetzt kennengelernt.

Female Brain - Male Brain

 

JB-Treffen im Juni 2011
Migrantische Buntheit wird von den Medien ignoriert -
Sineb El Masrar zu Gast im JB

Cover: Gazelle18 Prozent der Menschen in Deutschland haben einen Migrationshintergrund. Doch die etablierten Medien schreiben immer noch mit einem Blick von außen über diese Gruppe. Migrantische Themen scheinen unangenehmes Pflichtprogramm zu sein, für das gern Journalistinnen mit internationalen Wurzeln eingestellt werden. Diese passen sich häufig schnell an die deutsch-deutsche Machart ein, sagt Sineb El Masrar, Chefredakteurin des multikulturellen Frauenmagazins „Gazelle“: „Sie wollen einfach ihre Ruhe haben, wenn sie endlich, nach einer harten Zeit in Schule und Uni im Job stehen.“
Oder sie besetzen erfolgreich die migrantische Nische, aus der sie dann nicht mehr herauskommen. Dass das Leben von Migrantinnen von den Medien ausgeblendet oder nur beschränkt sichtbar gemacht wird, macht El Masrar wütend: „Journalisten leben in einer Parallelwelt, die sie Muslimen immer vorwerfen“.
Ähnlich ist es um den Werbemarkt bestellt, so El Masrar: Nur wenige Ethnomarketing-Gruppen teilen den Markt unter sich auf. Sie wenden sich dabei hauptsächlich an türkisch- und russischstämmige Menschen in ihren jeweiligen Sprachen. Frauen aus anderen Kulturkreisen tauchen nicht auf.
Dass es einen Platz für das Magazin auf dem hart umkämpften Zeitschriftenmarkt gibt, zeigt der fünfjährige Geburtstag der „Gazelle“ im Juli. Bei Verlagen und Werbebranche scheint diese Nachricht noch nicht angekommen zu sein.

Sineb El Masrar. Foto: Amdela WartenbergSineb El Masrar ist als Tochter marokkanischer Eltern in Hannover aufgewachsen. Sie hat „Gazelle“ als Selfmade-Frau gegründet.

 

JB-Treffen im Mai 2011
Werkstattgespräch: Dokumentarfilm "Brief an den Vater"

Für ihren Debütfilm "Brief an den Vater" hat Laetitia von Baeyer 2010 den JB-Nachwuchspreis erhalten. Der 45-minütige Film wurde erstmals am 8. November 2009 bei ZDFneo gezeigt. Wir haben ihn im Mai mit über 30 Gästen – nicht nur vom JB - in der ganz besonderen Atmosphäre der St. Johannis Evangelist-Kirche nochmals gesehen und konnten anschließend mit der Regisseurin und dem anwesenden Protagonisten diskutieren.

Copyright: Laetitia von Baeyer
© Laetitia von Baeyer

Zum Inhalt: "Brief an den Vater" erzählt die Geschichte von Jens, Sohn eines SED-Funktionärs, der Mitte der 80er-Jahre als politischer Häftling festgenommen wurde. Der Vater trägt eine Mitschuld an der Verhaftung des Sohns, der nicht seinen Erwartungen entsprach – doch eine Aussprache mit den Eltern hat es auch nach der Wende, bis heute, nicht gegeben.
Jens berichtete uns anschließend vom immer noch schwierigen Verhältnis zu seinen Eltern, die im Film übrigens nicht auftreten, und von deren Strategien, das Geschehene herunterzuspielen und zu rechtfertigen.
Wie der Film entstand: Laetitia ist im Nachlass ihrer Großmutter, die Jahre zuvor für ein Wissenschaftsprojekt biografische Interviews durchgeführt hatte, auf die Geschichte von Jens gestoßen. Rund drei Jahre hat Laetitia an dieser Dokumentation mit einem festen Team gearbeitet. Nicht immer war das Projekt gesichert, zumal die – bei aller Präsenz – visuelle Abwesenheit der Eltern als Konzept durchzusetzen war. Hinterher standen 80 Stunden Drehmaterial zur Verfügung, die es zu schneiden galt. Eine ungewöhnliche Filmsprache, unbekannte Archivaufnahmen und die Unaufgeregtheit der Doku zogen alle Gäste des JB und des kooperierenden Kulturbüro Sophien in den Bann.
Es wurde ein langer, schöner Abend.

 

JB-Treffen im April 2011
Kurzworkshop: Recherchieren im World Wide Web

Eigentlich sollten Journalistinnen das www wie ihre Westentasche kennen und nutzen. Die meisten Kolleginnen, die am ersten Berliner Frühlings-Samstag einen Crash-Kurs über Internetrecherche absolvierten, gaben allerdings unumwunden zu: Wir können dieses Handwerkszeug längst nicht so "handlen", wie wir es gerne würden. Die JB-Kollegin Tina Groll von Zeit online – täglich 12 Stunden im Netz und u.a. aktiv im Vorstand von "Netzwerk Recherche" – machte 16 Kolleginnen www-fit. Was mit der Suchmaschine Google alles möglich ist, wie ihr Suchroboter arbeitet  und wie frau die richtigen  Suchbegriffe findet, was soziale Netzwerke (Xing, Facebook etc.) für professionelle Recherche hergeben, warum Wikipedia so erfolgreich ist und die Pflege von Bookmarks Sinn macht … das und noch viel mehr erklärte und demonstrierte Tina sehr gekonnt und munter. Zu Gast waren die Berliner JB-Frauen übrigens in der Galerie des Vereins Listros (= Schuhputzer), die große Räume und das hauseigene Netzwerk für unsere Arbeit zur Verfügung stellte.

Foto: Elke Brüser 2011
Schlauer googeln mit dem Berliner JB – Workshop mit Tina Groll von
ZEIT ONLINE im April 2011 (Foto: Elke Brüser)

 

JB-Aktion im März (2011)

JB und BücherFrauen beim Equal Pay Day
25. März 2011

Frauen verdienen ein Viertel weniger als Männer - in der Buchbranche ist es sogar fast ein Drittel. Was liegt da näher, als mit einer Messlatte anzurücken und sich die Zahlen mal ganz genau anzugucken? Das fanden nicht nur BücherFrauen und Journalistinnenbund, sondern auch viele PassantInnen auf dem Berliner Alexanderplatz. Sie erfuhren, dass sich die Verdienstschere zwischen Männern und Frauen ab dem 25. Lebensjahr zu öffnen beginnt und bis zum Ende des Erwerbslebens immer größer wird. (fast 30 Prozent bei Frauen im Alter von 60+).

Nicht ganz unschuldig daran ist die unbezahlte Arbeit. Also Kochen, Putzen, Erziehen und Pflegen etc. Sie nimmt im Laufe eines Frauenlebens einen immer größeren Anteil ein – nicht zuletzt durch Teilzeitarbeit, Erziehungszeiten und die Fürsorge für ältere Familienmitglieder. 

Bei vielen typisch weiblichen Lebensläufen übersteigt der Wert der unbezahlten Arbeit schnell den Wert der bezahlten Arbeit – und zwar meist in einer Zeit, in der Frauen "voll im Saft" stehen, über viel Lebens- und Berufserfahrung verfügen und am meisten Geld verdienen könnten, im Alter von 30 bis 44 Jahren.
Wenn Frauen das, was sie an Hausarbeit, Erziehung und Pflege kostenlos geleistet haben, in barer Münze ausgezahlt bekämen, erhielten sie höhere Renten, gäbe es weniger Altersarmut … und vielleicht sogar ein paar mehr Großverdienerinnen.
Tja, und wenn dann noch Altenpflegerinnen fürs Gewichtheben genauso viel verdienen würden wie ihre männlichen Kollegen vom Bau … Aber bleiben wir auf dem Boden der Tatsachen. Die schöne rote Messlatte, die auch in der Abendschau vom rbb auftauchte, bleibt für zukünftige Aktionen erhalten – aus gutem Grund.

Ansprechpartner sind Vera Seehausen und Valeska Henze von den BücherFrauen sowie
Katrin Lechler vom Journalistinnenbund.
Die Zahlen für unsere Messlatte stammen aus dem Externer Link Gutachten zum Ersten Gleichstellungsbericht (S.200, 201)

Foto: Valeska Henze 2011
Journalistinnenbund und Bücherfrauen haben die Lohndiskriminierung genau
nachgemessen - Equal Pay Day am 25.2. 2011
. Foto: Valeska Henze

Externer Link Bericht EPD 2011 Berlin von Elke Ickert. Projektgruppe Equal Pay Day 2011
     BPW Club Berlin e.V.

 

JB-Treffen im März 2011

Gerade im Hinblick auf den Equal Pay Day am 25. März haben wir uns mit dem Thema Honorarverhandlungen beschäftigt. Unser Gast, die Kommunikationswissenschaftlerin Cornelia F. Krämer,  arbeitet als Organisations- und Personalentwicklerin (u.a. in der Automobilbranche)  und hat uns nicht nur erklärt, wie unbewusste Motive und Werte unser Verhalten bei Honorarverhandlungen beeinflussen, sondern auch, wie wir gezielt mehr "Knete" herausholen können.  Sie sprach anschaulich von Glaubenssätzen, die wir als Blockaden überwinden müssen ("Eigenlob stinkt"), und von Handbremsen, die wie lösen müssen. Am Ende des Treffen gab es nicht nur "Tipps und Tricks" im Umgang mit der männlich dominierten Geschäftswelt, sondern auch eine spannende Diskussion über Erfahrungen der Teilnehmerinnen.

 

JB-Frau am 23. Februar 2011
von der Überparteilichen Fraueninitiative geehrt

Beim traditionellen Neujahrsempfang der Überparteilichen Fraueninitiative wurde in diesem Jahr Magdalena Kemper, ohne die der JB-Berlin nicht wäre was er ist, als Ehrengast und Festrednerin geehrt. Der Überparteilichen Fraueninitiative geht es um generationsübergreifende Zusammenarbeit zwischen Frauen aus dem Bundestag, dem Berliner Abgeordnetenhaus, aus Gewerkschaften, Hochschulen, der Wissenschaft, den Medien, der Wirtschaft, aus Frauenprojekten, Betrieben und sonstigen Bereichen des Öffentlichen Lebens.

Die Festrede der langjährige Redakteurin und Mitbegründerin der "Zeitpunkte" im RBB-Kulturradio  möchten wir euch nicht vorenthalten: pdf "Frauenpolitische Berichterstattung in den Medien (am) Beispiel der Zeitpunkte".

Magdalena Kemper. Foto: Ulrike Helwerth
Magdalena Kemper - Foto: Ulrike Helwerth

 

JB-Treffen im Februar

Vorbereitungstreffen für die Jahrestagung in Berlin
Im Rahmen des monatlichen JB-Abends lud dieses Mal traf das Organisationsteam für unsere Jahrestagung  im September ein - und alle waren geladen, ihre Ideen einzubringen. Wir haben dann das Motto der Jahrestagung endlich festgezurrt: Mut und Macht. Journalistinnen auf dem Weg nach oben.

Außerdem ergab unser Brainstorming für die Podiumsdiskussion im ARD-Hauptstadtstudio folgendes: wir möchten drei (bekannte) Journalistinnen einladen, die eventuell verschiedene Altersstufen abdecken. Es geht um die Chancen, die der Aufstieg bringt, und um die, die er eventuell verhindert. Und auch darum, wie er uns verändert.

Stichworte, die wir zum Thema gesammelt haben: Hindernisse, Bereicherung, Macht, Macherinnen, biographische Wendepunkte, Gestaltungswille, Gestaltungsmöglichkeiten, Anpassungsdruck, Schnittstellen, weiblicher Weg – männlicher Weg nach oben. Die Themen der Workshops am Samstag sind noch offen (außer Mentoring), sie sollen mit dem  Motto kompatibel sein.

 

JB-Treffen im Januar

Wie jedes Jahr haben wir bei unserem Januartreffen das Programm für 2011 entworfen. Für die JB-Regionalgruppe Berlin wird es vor allem darum gehen, eine schöne und spannende Jahrestagung zu organisieren. Dafür hat sich eine Orga-Gruppe gegründet, die ihre bisherige Arbeit im Februar vorstellen wird.

Weitere Themen für 2011 sind:  Honorarverhandlungen, ein Workshop zum Thema Recherche im Web, ein Werkstattgespräch zum Thema "Dokumentarfilm",  Vortrag und Diskussion zur Bedeutung von Gender in den Naturwissenschaften, die Frage nach den digitalen Rechten und den geklauten Texten … außerdem gibt es einen Sommerausflug und wie üblich ein Weihnachtsessen.

Die Orga-Treffen für die Jahrestagung  finden zukünftig am 2. Montag im Monat statt. Wer noch einsteigen möchte, bitte bei Bettina von Kleist melden.
 

Was bisher geschah ...

Rückblick auf einige Treffen der Berliner Regionalgruppe

2010

2009

vor 2009

Kontakt

Katrin Lechler, T: (030)7565 1374, KatrinLechler@web.de

Elke Brüser, T: 030 / 7959 535, elke.brueser@t-online.de