Besuch im Arpmuseum Mai 2008
Regionalgruppe Köln-Bonn im Arp Museum Rolandseck 22.5.2008

Regionalgruppe Köln/Bonn

29. Juni 2010, 19 h

Liebe Kolleginnen,

Bislang ist die Krise der bestehenden Medien etwas zu kurz gekommen. Vermutlich kann darüber unbefangen nur jemand sprechen, die der ARD nicht bzw nicht mehr angehört. Da bin auf Diemut Roether gekommen und finde, wir haben mit ihr einen ganz besonderen Gast. Sie arbeitet in Frankfurt M. für epd Medien und hat am 29. Juni Zeit, zu uns zu kommen. Sie hat vor zwei Wochen in der Beilage zum Parlament eine scharfe Kritik an der ARD veröffentlicht. Sie moniert, dass die 3. ihren experimentellen Charakter immer mehr verlieren und zunehmend flache Lokalprogramme werden. Genau darüber wird sie uns auch berichten.

Diemut Roether, geboren 1964 in Berlin-Charlottenburg, ist seit Juli 2009 verantwortliche Redakteurin von "epd medien". Zuvor war sie seit Oktober 2002 Fachredakteurin bei "epd medien". Von 1993 bis 2000 war sie Nachrichtenredakteurin bei "Tagesschau" und "Tagesthemen". Dort arbeitete sie zuletzt für die Online-Redaktion [www.tagesschau.de]. Sie studierte Journalistik, Informationswissenschaften, Literaturwissenschaften und Geschichte an den Universitäten Dortmund und Madrid.

Wir treffen uns wie üblich um 19 h im Kolpinghaus in der St. Apernstr. 32 in Köln. Für die, die es nicht wissen: Hinter dem Kolpinghaus gibt es einen Parkplatz. Abends bekommt man da meistens einen Platz. Wie immer gibt es unsere kleine Speisekarte. Und Gäste werden gebeten, ohne besondere Aufforderung mir eine Spende von 5-10 € zu geben.

Ich freue mich, Euch am 29. 6. um 19 h zu sehen.

Herzlichen Gruß
Sibylle Plogstedt

Bitte meldet euch an! jb-regional@web.de

 

Rückblick: 

Wen wir bisher schon trafen und wo wir waren:

Hintergrundgespräche mit

  • Carmen Thomas zum Thema Moderation
  • Susanne Wankell - Fachjournalistin rund um das Thema Medienentwicklung
  • Eva Kanis - Unternehmensberaterin und Coacherin
  • Helga Kirchner - bis Ende 2009 Chefredakteurin im Hörfunk des WDR
  • Trio Medien - Katja Spross und Uschi Heidel - Ein erfolgreiches Journalistinnenbüro in Bonn
  • Ute Fischer von Der Parittische NRW zum Thema Frauenhuser
  • Christa Wichterich, Soziologin, freiberufliche Publizistin, Gutachterin in der Entwicklungszusammenarbeit zum Thema Perspektiven von Frauenrechten in der Globalisierung
  • Burgel Langer, ehemaliges Vorstandsmitglied zum Thema
    Klarkommen in der Krise
  • Sabine Schlüter, Abteilungsleiterin bei der Künstlersozialkasse
  • Dorothee Perry-Lyman, WDR Fortbildungsredakteurin, über das Thema Fortbildungen für Freie
  • Maren Gottschalk über das Schreiben von Biografien
    www.Maren-Gottschalk.de
  • Petra L. Schmitz über neue Projekte des Filmbüros, neue Tendenzen im Dokumentarfilm, die Filmförderung und die Arbeit des Filmbüros im WDR-Rundfunkrat.
  • Gisela Brackert (früher Leiterin des Frauenfunks beim HR), Gründerin des jb und heute Ehrenvorsitzende zum Thema: Die kurze Form.
  • Eva Kohlrusch (Bunte (früher Bild), Vorsitzende des jb) zum Thema: Tatort Boulevard
  • Ingrid Herden (Capital, Was kann der Wirtschaftsjournalismus in solch einer Krise bewirken? Wie sieht oder sah ihre Arbeit whrend der Bankenkrise aus?)
  • Gisa Kloenne und Ulla Lessmann (Journalismus und Krimischreiben, was haben die gemeinsam?)
  • Tina Kohhaus (Kulturchefin WDR)
  • Irmela Hannover (Servicezeit Familie und Coaching-Formate im WDR)
  • Ulla Ott (Chrismon)
  • Thomas Krüger (Bundeszentrale für Politische Bildung)
  • Besuch bei der Diversity-Beauftragten der Telekom
  • Monika Wulf-Mathies (Deutsche Post AG. Ehemals EU-Kommissarin und ÖTV-Vorsitzende)
  • Heide Pfarr (Hans-Boeckler-Stiftung)
  • Brbel Diekmann (Oberbürgermeisterin Bonn)
  • Sengül Senol (Moderatorin im türkischen Privat TV EVROPA in Duisburg)
  • Sr. Dr. Lea Ackermann (Solwodi)
  • Besuch bei der UN-Universitt in Bonn
  • Dr. Corinna Franz (Leiterin der Konrad Adenauer Gedenksttte)

Und ab und zu treffen wir uns zu einem Museumsbesuch. Wir waren schon
Im Hans Arp Museum in Rolandseck, im Kthe Kollwitz Museum in Köln, im Marx Ernst Museum in Brühl, im Bundeskanzler Adenauer Haus.


Besuch bei Kthe Kollwitz, November 2007

Sie sprach von "Kthe“ und sofort ist klar: die Künstlerin, der dieses stille und feine, inmitten von Kommerz und Konsum ‚ganz oben’ angesiedelte Museum gewidmet ist, Kthe Kollwitz (von 1867 bis 1945), hat hier eine engagierte Mittlerin. 

Hannelore Fischer ist seit 1989 die Leiterin des Kölner Kthe Kollwitz Museums. Damals hat sie sehr kurzfristig die Herausforderung angenommen. Dabei war die Kunsthistorikerin zunchst nicht auf Kollwitz, sondern auf französische Impressionistinnen spezialisiert, doch nach der Lektüre der Kollwitz-Tagebücher war sie bereit, die Leitung des entstehenden Museums zu übernehmen. 

So konnte sie auf die Ausgestaltung  Einfluss nehmen - die schlichten Holzrahmen zur Graphik und das unbedingte Weiß der Wnde, auf die Rundgnge, die wirklich welche sind und ein Forum, das in seiner Schlichtheit ein angemessenes Forum für Veranstaltungen ist. Es ist ihr Museum geworden, das sie unprtentiös und mit großem Sachverstand führt.

Die beilufig und przis erzhlende Direktorin nimmt sich Zeit für die Journalistinnen und hat auf jede der Fragen eine Antwort: nach dem Gesamtwerk, den Preisen der Kollwitzbltter, dem Jahresetat und der Rezeption im Ausland (international hochgeschtzte Künstlerin!), nach Besucherzahlen. Sie berichtet auch von ihren Vorhaben und dabei zeigt sich, wie viele Impulse sie nicht nur im eigenen Haus setzt (unter anderem mit  der Reihe Einblicke,): z.B. mit dem noch fraglichen Projekt, grafische Sammlungen aus NRW im Austausch zu prsentieren.

Graphik ist nicht unbedingt ein Publikumsrenner  und entzieht sich dem Spektakulren.  Hannelore Fischer setzt statt auf marktschreierische Ankündigungen oder hoch gehandelte Highlights auf sachkundige Vermittlung und Querverbindungen mit anderen Künstlern und Sammlungen (zurzeit Max Klinger, demnchst Künstlerplakate), und das ist bei dem reichen und engagierten Leben und Wirken der Kollwitz noch lange nicht erschöpft. Fischer weiß um die unmittelbare Wirkung der Bltter und Skulpturen der Künstlerin und es ist ihr wichtig, was Kinder zu den Bildern sagen oder Besucher ohne großartige kunstgeschichtliche Kenntnisse.

Das Kthe-Kollwitz-Museum setzt eher auf die Stille (hier oben, sagt H. Fischer, kommt mir keine klingelnde Kasse an den Eingang! Und auch keine Gastronomie!) und das Interesse an der alten Kunst des Radierens und Kupferstechens: es gibt Druckvorführungen an einer alten Tiefdruckpresse und Workshops. Der Kollwitz-Nachlass, von den Enkelinnen, die beide in Köln leben, der Kreissparkasse anvertraut, bildeten die Grundlage des Museums, der Bestand konnte erweitert werden. Sie erkennt mit bloßem Auge, ob es sich um Original oder Flschung handelt, ihre Expertisen zhlen. 

Wenn Hannelore Fischer erzhlt, wird Zeit- und Kunstgeschichte lebendig und das Anliegen der "Nie wieder Krieg“ - Künstlerin Kthe Kollwitz, die auch politisch vereinnahmt wurde, bleibt von aktueller Bedeutung.  
Ute Remus

Das Gesprch war sehr locker und in angenehmer Atmosphre. Die Direktorin war sehr authentisch und eröffnete einen ausreichenden Blick in die Kunst.
Sengül Senol


Hannelore Fischer, die Leiterin des Kthe Kollwitz Museums, unterhielt uns mit vielen witzigen Details. Zum Beispiel, wie unverwechselbar die nach hinten wegkippende Schrift von Kthe Kollwitz ist und dass sie aufgrund dieser Eigenart mit nahezu hundertprozentiger Treffsicherheit eine Flschung von einer echten Kollwitz unterscheiden könne. 
An anderer Stelle drückte sie ihre Begeisterung darüber aus, dass Kthe Schmidt mit 19 Jahren den Herrn Kollwitz geheiratet hat. Doch nicht etwa wegen der schönen Alliteration im Namen: "Stellen Sie sich mal vor, sie htte nicht geheiratet. Ein Kthe Schmidt Museum htte ich nie geleitet".
Übrigens: Nach so viel Lob noch ein Tipp, den Hannelore Fischer gab: Es gibt in Köln ein inzwischen vergessenes Kthe Kollwitz Denkmal, das als erstes Denkmal der Bundesrepublik Deutschland überhaupt von Bundesprsident Theodor Heuss eingeweiht wurde. So viel zum Bezug zu Köln und Kollwitz.
Burgel Langer



Lebhafte Frauenpolitikerin

Treffen der Regionalgruppen aus Nordrhein-Westfalen mit NRW-Frauenministerin Birgit Fischer (07.04.2005) mehr »

Kontakt

Sibylle Plogstedt, jb-regional@web.de