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Jutta Rosenkranz (rechts) berichtete den Berliner Journalistinnen über den Weg bis zur Buchautorin

Jutta Rosenkranz (rechts) berichtete den Berliner Journalistinnen über den Weg bis zur Buchautorin

Die Idee, mal ein Buch zu schreiben und sich so intensiv einem Thema zu widmen, haben viele Journalistinnen. Aber die Idee und die ersten Zeilen zu schreiben sind das eine, das andere ist die Notwendigkeit, zu verstehen, wie Verlage und der Buchmarkt ticken.

Dass es vor allem darauf ankommt, den richtigen Verlag und dort die richtigen AnsprechpartnerInnen zu finden, darüber sprach mit uns die Autorin und Journalistin Jutta Rosenkranz. Ziel ihres Kurz-Workshops war vor allem zu vermitteln, wie sich eine Journalistin mit einer Buch-Idee auf den Verhandlungsmarathon vorbereiten kann. Und eins sollte von Anfang an klar sein: Der Verlag will seine Bücher verkaufen. Darum geht es.

Jutta Rosenkranz hat ganz unterschiedliche Erfahrungen mit ihren Buchprojekten gemacht – gute und schlechte. Sie hat Erwartetes und Überraschendes erlebt. Davon berichtete sie uns ergänzend zu all den rein sachlichen Informationen.

Als Journalistin arbeitet Jutta Rosenkranz für den Hörfunk und hat hier zahlreiche Autorinnenporträts angefertigt. Sie ist studierte Germanistin und Romanistin, hat Prosa und zwei Gedichtbände veröffentlicht, und sie ist Herausgeberin mehrerer Lyrik-Anthologien. Bekannt geworden ist sie mit der ersten umfassenden Biografie über die Dichterin Mascha Kaléko, die es 2007 in die Spiegel-Bestsellerliste Sachbuch geschafft hat (dtv 2007, aktualisierte und erweiterte TB-Ausgabe März 2012). Daran schloss sich ihre Herausgabe der kommentierten Mascha-Kaléko-Gesamtausgabe (Werke und Briefe) an, die nach mehrjähriger Arbeit 2012 im Deutschen Taschenbuch Verlag erschien.

Damit aus der Buch-Idee ein Buch wird

Wer eine Idee hat, sollte diese konkretisieren und beginnen zu schreiben. Gleichzeitig muss frau sondieren, welche Bücher es zu dem Themenbereich gibt und in welchen Verlagen diese erscheinen. Meist lohnt es, sich eine spezielle Perspektive auf ein Thema einfallen zu lassen, einen „vergessenen“ Gesichtspunkt herauszuarbeiten. Einen Überblick über den Markt ermöglicht der gut sortierte Buchhandel, aber vor allem auch Buchmessen. Manchmal, gerade bei kleineren Verlagen, finden sich da auch gute AnsprechpartnerInnen. Will frau ihr Buch anbieten, geht das nur mit einem Exposé (knappe Inhaltsangabe) und einem Probekapitel. Beides sollten Autorinnen möglichst früh erstellen und von Bekannten lesen und bewerten lassen.

Exposé: 1 – 2 Seiten

Probekapitel: den spannendsten Aspekt des eigenen Buches erarbeiten

Liegt beides vor, kann man entweder selbst mit dem Verlag oder mehreren Verlagen in Verbindung treten oder einen Agenten, eine Agentin einschalten. Wer sich selbst an den Verlag wendet, muss dort die richtigen Ansprechpartner finden – also die zuständige Lektorin oder Cheflektorin – und mit diesen ein Telefonat vereinbaren. Manche Lektoren bevorzugen eine E-Mail, auch das sollte frau zuvor erfragen.

Wer sich an einen Agenten, eine Agentin wendet, spart sich die Verlagsverhandlungen und kann darauf zählen, dass Agenten gut einschätzen können, zu welchem Verlag das Buch passt. Ihr Erfahrungswissen ist auch bei der Vertragsgestaltung wichtig. Allerdings: Die Arbeit des Agenten/der Agentin muss bezahlt werden. (Wichtiger Hinweis: Agenten werden nicht bezahlt, bevor ein Vertragsabschluss mit dem Verlag vorliegt. Ihr Honorar wird vom Honorar, das der Autor, die Autorin erhält, abgezogen.)

Wer ein Buch schreibt, wird in der Regel nicht reich. Manchmal natürlich doch. Bei der Vertragsverhandlung kann man sich zunächst am Normvertrag orientieren (http://vs.verdi.de/urheberrecht/mustervertraege), muss sich aber schlau machen, was das übliche Honorar angeht. (Wichtig: Einen guten Vorschuss aushandeln, dieses Garantiehonorar erhält man in jedem Fall, auch wenn das Buch schlecht verkauft wird.)

Grundsätzlich gilt: Verträge genau lesen, gerade auch bezüglich der Weiterverwertung. Viele Dinge sind verhandelbar, insbesondere wenn frau bereits einen Namen hat. Bei einem langen Buchvorhaben muss das Einkommen gesichert sein!

Ein bekannter und erprobter Autorenratgeber:

Uschtrin, Sandra & Küsper, Michael (Hg.): Handbuch für Autorinnen und Autoren. München 2010

Ein Zurückgeblickt von Elke Brüser