Grafik Journalistinnenbund

Özgürüz heißt: „Wir sind frei“

Social Media eröffnen neue Perspektiven – gerade für Journalismus im Exil. Wie das aussehen kann, berichtete am Montag, 15. Mai, Yagmur Cay in der Berliner Regionalgruppe. Sie hat bis vor kurzem für die Redaktion von Özgürüz gearbeitet. Die 22jährige zeigte, wie das Team um den bekannten türksichen Journalisten Can Dündar es innerhalb von nur fünf Monaten geschafft hat, sich in die Herzen und Köpfe der User zu bewegen. Allein auf Periscope hat die Redaktion schon 1,6 Millionen Besucherinnen.

Die Website, die von Berlin aus betrieben wird, war gerade mal einen Tag online, als die türkischen Behörden sie blockiert haben. Das, was die Journalistinnen und Journalisten dort präsentieren, schien zu gefährlich. Doch das Team suchte sich andere Wege, vor allem über Facebook, Twitter und Periskope. Die Zahl derer, die über Social Media die Nachrichten, Interviews und Kolumnen verfolgen, wuchs schnell. Inzwischen gibt es in vier großen Städten in der Türkei Reporter, die von vor Ort berichten. Technisch arbeitet Özgürür oft mit einfachen Mitteln, zum Beispiel mit Skype-interviews. Auch wenn die Qualität wenig professionell wirkt – die Inhalte sind es, und das ist es, was zählt. Özgürüz bedeutet: „Wir sind frei.“ Der Titel formuliert das Ziel der Redaktion: Eine freie Türkei, jenseits der von Erdogan verordneten Einschränkungen für Presse und Meinungsfreiheit.