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Ein Besuch bei Hedwig Dohm

Hedwig Dohm, die Namensgeberin für unseren Hedwig Dohm-Preis wurde am 20. September 1831 in Berlin geboren. Berlinerinnen und Berlinbesucherinnen (und Berlinern bzw. -Besuchern) sei ein Spaziergang über den Alt St.-Matthäus – Kirchof empfohlen.

Auf dem Alten St.-Matthäus-Kirchhof Berlin- Schöneberg liegt das Grab der Schriftstellerin und Frauenrechtlerin Hedwig Dohm ( 1831-1919). Der Journalistinnenbund hat 2006 die Patenschaft für die Grabstelle  übernommen und Spenden für einen  Grabstein gesammelt. Das von der Künstlerin Ulrike Oeter gestaltete Grabmal aus weißem Marmor und rotem Glas wurde am 22.9.2007 enthüllt.

Der Gedenkstein aus weißem Marmor für Hedwig Dohm wurde von der Kölner Künstlerin Ulrike Oeter entworfen. Für ihre Idee des roten Glasaufsatzes konnte sie den international bekannten Glaskünstler Detlef Tanz begeistern. Wie aufgeschlagene Buchseiten wirken die eingeschmolzenen Farbgebungen seines Glasstücks, das dennoch transparent bleibt und außen geschliffen ist. Der Stein symbolisiert in gewisser Weise das Werk der Publizistin aus der Frühzeit der Frauenbewegung. In ihrem Roman „ Schicksale einer Seele“ ließ sie ihre Protagonistin schon 1899 sagen: „Durch rotes Glas hinausschauen in die Welt – eine glühend, brennende Märchenwelt von unerhörter Pracht.“ Danach zerbrach ihr das Glas.

Zur großen Gedenkfeier für Hedwig Dohm am 22.09.2007 musste Detlef Tanz den Stein zunächst mit einem roten Provisorium versehen. Auch ihm war das Glas beim langwierigen Schmelzvorgang im Ofen zersprungen.

Erst ein halbes Jahr später konnte er das Originalstück ersetzen. Seitdem leuchtet der weiße Gedenkstein mit seinem bei Sonnenschein durchglühten Glasaufsatz den BesucherInnen des Friedhofs schon von Weitem entgegen und zieht sie magisch an.

Jedes Jahr verleiht der Journalistinnenbund die Hedwig-Dohm-Urkunde an eine Kollegin für ihr Lebenswerk. 2016 wurde die ehemalige Intendantin des Rundfunk Berlin-Brandenburg, Dagmar Reim, ausgezeichnet. 2017 die Chefredakteurin der Frankfurter Rundschau, Bascha Mika.

Der Spaziergang über den Friedhof führt zum Grab von Hedwig Dohm am oberen Ende des Friedhofs (linke Seite). Auf dem Weg finden sich viele andere interessanten Grabstätten und zahlreichen Ehrengräbern, z.B. das der Brüder Grimm. Auch die Frauenrechtlerin Minna Cauer ist hier beerdigt. Einige der historischen Grabmäler haben  Patinnen und Paten gefunden, so dass neue Gemeinschaftsgräber z.B. des Vereins Denk mal-PositHIV entstehen konnten. Außerdem gibt es eine große Grabstelle für Sternenkinder. Der Spaziergang führt zurück zum Eingangstor an der Großgörschenstraße. Dort befindet sich das Café Finovo, eines der ersten Cafés, die auf einem Friedhof eingerichtet wurden. Dort kann man den Spaziergang bei selbstgebackenem Kuchen und Kaffee ausklingen lassen.

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Adresse und Linktipps

Adresse

Alter St.-Matthäus-Kirchof

Großgörschenstraße 12

10829 Berlin

Anfahrt

S-Bahnhof Yorckstraße, Ausgang Süd (Großgrörschenstraße) oder U-Bahn 7, Yorckstraße und dann ca. 5 Minuten zu Fuß die Katzlerstraße hoch. Am Ende rechts abbiegen.

Links

Hedwig Dohm (Wikipedia)

Alter St.-Matthäus-Kirchhof Berlin (Wikipedia)

Ein Friedhof für Sternenkinder und Märchenbrüder, aus: Berliner Zeitung, 28.12.2015

Café Finovo (Webseite)