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Preisträgerin 2010: Helga Kirchner

Preisträgerin Helga Kirchner (links) und Laudatorin Gerda Hollunder

Preisträgerin Helga Kirchner (links) und Laudatorin Gerda Hollunder

Auf der Jahrestagung des Journalistinnenbundes wurde die frühere WDR-Chefredakteurin Helga Kirchner mit der Hedwig-Dohm-Urkunde geehrt.

Auszug aus der Laudatio von Gerda Hollunder

Helga Kirchner hat 1972 als Volontärin beim WDR ihren Lebensberuf begonnen. Vor knapp einem Jahr, im Oktober 2009, wurde sie dort nach 37 Jahren verabschiedet. Chefredakteurin im Hörfunk des WDR war sie in den letzten 10 Jahren ihrer an besonderen Aufgaben reichen Laufbahn – eine Spitzenfrau!
Die Reden, die am 14. Oktober letzten Jahres zu ihrem Abschied vom WDR gehalten worden sind, zeigen eine sehr ungewöhnliche  Frau mit starkem Charakter: fest in ihren Prinzipien, dabei aufgeschlossen und beweglich, eine Intellektuelle mit toller praktischer Begabung…Die Reden sind voll des Lobes, ja der Bewunderung, zu Recht! Ich sollte sie noch einmal vorlesen. Sie würden staunen.

Aber Sie erwarten von mir doch wohl ein eigenes, ein persönliches Bild von Helga Kirchner. Unsere Geschichte spielt auch hauptsächlich im WDR – von 1972 bis 1994. Dann ging ich zum Deutschlandradio nach Berlin – wohl wissend, dass Helga die Wacht in Köln hielt: Über einen gründlichen und souveränen Journalismus, über die richtigen und wichtigen Themen, über sorgsam überlegte Vermittlung. Über den respektvollen Umgang mit den Hörerinnen und Hörern – und auch besonders über Fairness und Kollegialität untereinander und über Loyalität gegenüber dem WDR.

Wir sind uns später wieder begegnet, als sie Chefredakteurin war, in der Hörfunkkommission der ARD – das ist die Runde der Hörfunkdirektoren, haben uns noch einmal in unseren Berufsrollen erlebt. Ich fand sie wunderbar mit ihren eloquenten, klaren Darstellungen – zum Beispiel, wenn es um die hoch komplizierten Überlegungen zur Auslands-Berichterstattung ging. Zu Ländern, Personen und Bürofragen, zu Kommunikationswegen und zur ARD-Arithmetik. Wenn Helga geredet hatte, wusste man, woran man war.

Unsere privaten Leben blieben getrennt. Das könnte sich jetzt ändern. Wir haben nun beide nicht mehr die Beanspruchung wie früher.  Neue Räume tun sich auf.

Soweit meine Vorbemerkung. Nun zur Hauptsache –  zum Lebenswerk von Helga Kirchner. ….

Laudatio für Helga Kirchner, gehalten von Gerda Hollunder

Auszug aus der Dankesrede von Helga Kirchner:

Liebe Kolleginnen!
Erlaubt mir bitte, zuerst meine Laudatorin  anzusprechen.

Liebe Gerda!

Dir danke ich für Deine wunderbare Lobrede! Deine Worte haben mich berührt und tief bewegt. Soviel ehrliche Wertschätzung wird einem nicht alle Tage zuteil. Ein  Geschenk, das ich mit  großer Dankbarkeit an nehme! Von dir, die du mich gefordert, gefördert und immer wieder ermutigt hast – durch Zuspruch und durch dein Vorbild!
Im selben Atemzug, wenn es denn ginge, will ich  den Kolleginnen des JB danken, die mich für diese Auszeichnung auserkoren haben. Es schmeichelt mir ungemein, in einem Zusammenhang mit der Frauenrechtlerin, Schriftstellerin und Publizistin Hedwig Dohm genannt zu werden, die so unerschrocken, mutig, geistreich und humorvoll  Frauenfeindlichkeit angeprangert und für Demokratie gekämpft hat. …

2010_Dankesrede_von_Helga_Kirchner (PDF)

Mehr zum Thema:

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Die Preisträgerin des Vorjahres, Erica Fischer