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Mutig und beharrlich – die Preisträgerinnen der jb-Medienpreise 2020

Die jb-Medienpreise 2020 gehen an die Journalistinnen Petra Gerster, Fabienne  Hurst, Mareike Nieberding und Nicole Ficociello. Die Preisverleihung wird am 25.9.in Berlin stattfinden.

Die Jurys des Journalistinnenbundes haben vier Kandidatinnen für drei  jb-Medienpreise 2020 ausgewählt:

Für ihr Lebenswerk erhält Petra Gerster die Hedwig-Dohm-Urkunde des  Journalistinnenbundes. Die Journalistin und Moderatorin steht seit  mehr als 30 Jahren im ZDF ihre Frau, zunächst bei Mona Lisa und seit  über 20 Jahren in der Primetime als „heute“-Moderatorin. Früher als  andere hat sie Frauen sprachlich sichtbar gemacht, gendert in ihren  Moderationen klug und elegant. „Petra Gerster ist mutig und beharrlich  und damit für uns Frauen in den Medien ein Vorbild“, sagt Friederike Sittler, die Vorsitzende des jb. Ein Beispiel von vielen ist ihre  Moderation am 11.2.2020 (https://youtu.be/HC8km5gew9s).

Den Courage-Preis für aktuelle, gendersensible Berichterstattung geht  in diesem Jahr zu gleichen Teilen an Mareike Nieberding und Nicole Ficociello für ihre Beiträge zur Exklusion von Frauen in der  medizinischen Forschung und Therapie, die tödliche Folgen haben kann.  Mareike Nieberdings Beitrag „Was Frauen krank macht“ (SZ-Magazin,  23.05.2019) und Nicole Ficociellos Sendung „Gender Data Gap: Warum es  Frauen gefährdet, wenn sie unsichtbar sind,“ (Bayern 2/Zündfunk,  08.03.2020) überzeugten die Jury: „In Zeiten von Corona sind die  Beiträge von Ficocello und Nieberding hoch aktuell, da die bestehenden  strukturellen Benachteiligungen von Frauen sich weiter vergrößern und  die Armut von Frauen steigt – und falsche medizinische Dosierungen  tödlich sein können.“

Der Marlies-Hesse-Nachwuchs-Preis des Journalistinnenbundes geht an  die Journalistin Fabienne Hurst für deren Artikel „Druckbetankung“  (SZ-Magazin, 06.12.2019). In ihrem Beitrag beschreibt die Autorin die  rüden und übergriffigen Aufnahmerituale in der Pilot*innenausbildung  der Lufthansa. Aus der Jurybegründung: „Fabienne Hurst leistet mit  ihren realistischen Beschreibungen aus einem streng abgeschotteten  Bereich einen investigativen Beitrag über immer noch geltende  Initiationsriten mit verstörenden Unterdrückungs- und  Anpassungsforderungen. Ebenso stellt der Artikel einen aktuellen  Beitrag zur Debatte um geltende Geschlechterbilder dar.“

„Wir freuen uns, dass wir einmal mehr unter zahlreichen hervorragenden  Einsendungen engagierter Kolleginnen auswählen konnten“, sagt  Friederike Sittler im Namen des Vorstands und der Jurys.
Die Preise werden am Freitag, 25.9., ab 19h in der Landesvertretung  Rheinland-Pfalz in Berlin vergeben.

Bereits ab 17h lädt der Journalistinnenbund am gleichen Ort zu einer  Podiumsdiskussion ein: „Mutig gegen Hass und Hetze. Zum  journalistischen Umgang mit Antifeminismus und Sexismus“. Mit Renate  Künast, MdB; Anja Reschke, NDR;  Alice Hasters, Autorin und  Journalistin; Prof. Paula-Irene Villa, Universität München. Die  Moderation übernimmt Angelika Knop, München.

Aufgrund der Corona-Bestimmungen gibt es sowohl für die  Podiumsdiskussion als auch für die Preisverleihung nur begrenzt  Plätze. Beide Veranstaltungen werden per Stream online verfügbar sein.

Die jb-Medienpreise auf einen Blick

Die Hedwig-Dohm-Urkunde ist nach der Schriftstellerin, Publizistin und  Frauenrechtlerin Hedwig Dohm (1831-1919) benannt. Mit der Auszeichnung  ehrt der Journalistinnenbund seit 1991 jedes Jahr eine Kollegin für  ihre herausragende journalistische (Lebens-)Leistung und ihr  frauenpolitisches Engagement.

Der Courage-Preis für aktuelle Berichterstattung wird vom  Journalistinnenbund seit 2016 vergeben, seit 2018 auch mit  Unterstützung durch die Maecenia-Stiftung (Frankfurt/M). Der Preis  zeichnet herausragende, hintergründige, gendersensible und aufklärende  Berichterstattung zu aktuellen Themen aus.

Der Marlies-Hesse-Nachwuchspreis würdigt seit 2002 junge Kolleginnen  bis 35 Jahre, die ihren differenzierten Blick auf die  unterschiedlichen Lebenswelten von Männern und Frauen verschiedener  Ethnien, Religionen oder Generationen richten.