Grafik Journalistinnenbund

Medienlabor am 29. Januar 2026: Lokalberichterstattung

Förderturm Zeche Zollverein

Weltkulturerbe Zeche Zollverein in Essen: Heute ein Museum / Foto: Christine Olderdissen

… zwischen Abwärtstrend und neuen Medienformen:

Mit dem 13. Medienlabor gehen wir in eine Region, die mit ihrer dichten lokalen Zeitungslandschaft vom Strukturwandel besonders betroffen ist: das Ruhrgebiet.

Donnerstag, 29. Januar 2026, 17:30 Uhr
Stiftung Mercator
Huyssenallee 40
45128 Essen

Wir wollen mit Expertinnen und Kolleginnen über aktuelle Probleme des Lokaljournalismus, notwendige Veränderungen und die Chance neuer Medienformen diskutieren.

Der Lokaljournalismus steht unter besonderem Druck: Schwindende Einnahmen, sinkende Reichweiten, Vertriebs- und Zustellungsprobleme. Die Verkleinerung oder Schließung von Redaktionen befördern vielerorts die Abwärtsspirale und reißen immer mehr Informationslücken in Städten wie in Gemeinden. Das hat Folgen für die Transparenz und Legitimation regionaler Abläufe, für das Wissen über politische Zusammenhänge, für Wahlbeteiligung wie Wahlentscheidungen.

Risiken und Chancen für Frauen

Frauen sind von den Problemen des Lokaljournalismus besonders betroffen. Zum einen, weil er das weite Themenspektrum der Frauenpolitik im kommunalen Raum spiegelt. Etwa mit der Berichterstattung über medizinische Versorgung, Informationen über die Vorhaben in Landkreisen und Gemeinden, aber auch über Themen wie häusliche Gewalt. Eine solche Berichterstattung schafft Transparenz in regionalen Abläufen, sorgt für Wissen über politische Zusammenhänge und stärkt so unsere Demokratie.

Frauen sind zum anderen besonders betroffen, weil Lokalberichterstattung für Journalistinnen ein wichtiges Betätigungsfeld ist – obwohl sie in den Führungspositionen noch immer unterrepräsentiert sind. ProQuote Medien hat die Entwicklung in den Regionalzeitungen bereits das vierte Mal untersucht und festgestellt: Säßen alle 109 Chefredakteur*innen um einen Konferenztisch, wäre neben 86 Männern nur für 23 Frauen Platz. Das schließt Kolleginnen oft von Entscheidungen aus, der Blick auf kommunales Geschehen bleibt weitgehend männlich geprägt.

Deshalb wollen wir beim 13. Medienlabor über diese Fragen diskutieren:

  • Was macht Lokaljournalismus für uns alle so unverzichtbar?
  • Was wird anders, wenn Frauen in den Redaktionen gleichberechtigt vertreten sind und mit ihrer Sicht auch über scheinbar männlich geprägte Themenfelder berichten?
  • Wie lässt sich ihre Beteiligung auch in den digitalen Medien sichern?
  • Welche Möglichkeiten bieten neue Formate wie Podcasts, Newsletter oder Blogs?
  • Wie lässt sich das finanzieren? Und zwar so, dass Lokalberichterstattung weiterhin gründliche Recherche zulässt und für Journalistinnen eine Möglichkeit bietet, davon zu leben und ihre Familie zu ernähren?

Begrüßung: Anke Spieß für den jb-Vorstand
Kurzimpuls: Prof. Dr. Uli Paetzel, Vorstandsvorsitzender von Emschergenossenschaft und Lippeverband

Für unsere Veranstaltung haben wir fünf engagierte und kenntnisreiche Referentinnen gewonnen:

Keynote-Speakerin ist Prof. Wiebke Möhring. Die Kommunikationswissenschaftlerin unterrichtet am Institut für Journalistik der Technischen Universität Dortmund und hat zur Bedeutung des Lokaljournalismus geforscht.

Auf dem Podium:

  • Cordula Aßmann, Chefredakteurin Radio Hagen
  • Dominique Bielmeier, Redakteurin bei der Sächsischen Zeitung in Dresden
  • Dr. Sandra Danneil, ehrenamtliche Autorin bei den Nordstadtbloggern in Dortmund
  • Miriam Scharlibbe, Chefredakteurin des Mannheimer Morgen
  • Moderation: Diemut Roether

Mehr über die Mitwirkenden

Anmeldung: medienlabor@journalistinnen.de

Die Teilnahme am 13. Medienlabor ist kostenlos dank der Förderung durch das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ), der Otto Brenner Stiftung, der Stiftung Presse-Haus NRZ und der Emschergenossenschaft.

Logo Otto Brenner Stiftung

Logo Stiftung NRZ

Logo Emschergenossenschaft Lippeverband

Das Medienlabor des Journalistinnenbundes wird geplant und organisiert von Helga Kirchner, Lisa Martina Klein, Rosemarie Mieder, Regine Münder, Dr. Sibylle Plogstedt, Diemut Roether, Tina Stadlmayer.