Grafik Journalistinnenbund

Frisch gebloggt – Aktuell im Watch-Salon

Fotowand mit Portraits von Frauen und Männern mit Fotoapparaten vor der Nase

„Es führt kein Weg an vielfältigen Redaktionen vorbei“, erklärte Zeit-Online-Autorin Vanessa Vu am Montag unserer „Woche der Vielfalt“ im Gespräch mit Salonista Mareice Kaiser. Nun stimmen die taz-Redakteurin Amna Franzke und die Kolumnistin und Buchautorin Jagoda Marinic mit ein: „Bald wird es in den Redaktionen aussehen wie in Deutschlands Städten und Schulklassen.“ Vielfältig statt eintönig, so wie die Geschichten, die wir dank der längst überfälligen Diversity zu lesen und zu hören bekommen.

Das 6. jb-Medienlabor diskutiert an diesem Freitag in der Kunsthochschule für Medien Köln über „Medien in der Einwanderungsgesellschaft“. Der Watch-Salon hat vorab Referentinnen um Stellungnahmen gebeten.

Aktuell im Watch-Salon: Vanessa Vu und Amna Franzke und Jagoda Marinic

Foto: Deutsches Technikmuseum Berlin, Ausstellung Fototechnik

#journofairpay

Frauen weben aus rot-weissem Absperrband ein Netz zum Equal-Pay-Day vor dem Münchener RathausDas Entgelttransparenzgesetz ist ein zahnloser Tiger? Nicht so ganz – frau kann damit durchaus Zähne zeigen, gerne mit männlichen Kollegen. Wie wäre es zum Beispiel, wenn all die Herren in den Redaktionen mal ihren Auskunftsanspruch nutzen würden?

Zum Equal Pay Day an diesem Sonntag hat Salonista Angelika Knop eine Anleitung erstellt, wie wir mehr Transparenz in Medienhäusern schaffen.

Übrigens: Unter dem Hashtag #journofairpay kann in den Sozialen Medien dieser Artikel und viele weitere Forderungen zu mehr Entgelttransparenz und fairen Gehältern für Medienschaffende geteilt werden.

Aktuell zum Equal Pay Day im Watch-Salon: Anleitung für Entgelttransparenz

Foto: Angelika Knop

 

Mehr als Blumen

Blumencape für die Statue Fearless Girl vor der Börse von New YorkZum Internationalen Frauentag am 8. März gab es Blumen für Statuen, vor allem aber auch jede Menge differenzierte Berichterstattung. Fazit zahlloser engagierter Kommentare zum Stand der Geschlechtergerechtigkeit in Deutschland und weltweit: Es bleibt noch viel zu tun!

Weil die „Beobachtung von Medien und Gesellschaft“ die ureigenste Aufgabe des Watch-Salons ist haben Magdalena Köster und Christine Olderdissen in Funk und TV, in den Printmedien und auf Twitter nach Frauentags-Perlen gefischt.

Aktuell im Watch-Salon: Presseschau zum Frauentag 2018

Foto: Untapped City/Old Navy

 

 

Hinter den Fassaden

Filmproduzentin Lisa BlumenbergEine junge Frau gerät in den Strudel einer Bankenkrise, bei der sie kräftig mitmischt. Die sechsteilige ZDF-Serie Bad Banks war die Idee von Filmproduzentin Lisa Blumenberg, Auslöser der Zusammenbruch der „Lehman Brothers“ 2008.

Mit einem Team von Autoren, dem Regisseur Christian Schwochow und vielen exzellenten DarstellerInnen gewährt sie uns einen Einblick hinter die Hochglanzfassaden des Investmentbankings und in seine Abgründe.

Im Gespräch mit Salonista Eva Hehemann erzählt sie, wieso in ihren Produktionen oft komplexe Frauen-Figuren im Mittelpunkt stehen, und entdeckt die Feministin in sich.

Neu im Watch-Salon: Interview mit Bad Banks-Produzentin Lisa Blumenberg

Foto: Sascha Baumann/ZDF

Uma und wir

Eine Mutter schaut mit ihren zwei kleinen Töchtern Fotos an„Ihr bekommt ein Geschwisterchen,“ sagt Tabea Hosche zu ihren Töchtern Ebba und Uma. Doch in die Vorfreude mischt sich die Sorge, wird das Kind gesund sein? In ihrem ersten WDR-Hautnah-Film „Uma und ich“ hat die TV-Journalistin ihr Familienleben mit einem behinderten Kind dokumentiert. Uma, die ältere, kam mit einem seltenen Gen-Defekt zur Welt. Ihre Mutter hält die Kamera auf das Familienleben, ungeschminkt, mit Höhen und Tiefen, vor allem aber in seiner Normalität. Im zweiten, aktuellen Film geht es um ihre dritte Schwangerschaft. Im Mittelpunkt die Angst der Eltern, ein weiteres behindertes Kind zu bekommen, und ihre Auseinandersetzung mit pränataler Diagnostik. Der Ehemann hätte gern Sicherheit, Tabea Hosche würde am liebsten gar nichts wissen.

Aktuell im Watch-Salon: Fernsehtipp WDR-Hautnah „Uma und wir“.
Mit Links zu Mediatheken und Interviews mit der Filmemacherin.

Foto: Kirsten Kofahl

Tough: Meryl Streep als „Die Verlegerin“

Meryl Streep als Verlegerin Kay GrahamKatherine Graham ist eine mächtige Frau. Doch der Mut und die Entschlossenheit der Verlegerin der Washington Post werden auf eine harte Probe gestellt, als ihr Chefredakteur die „Pentagon Papers“ veröffentlichen will. 1971, auf dem Höhepunkt des Vietnamkrieges, versucht US-Präsident Nixon alles, um das zu unterbinden.

Salonista Luise Loges hat sich das Biopic von Altmeister Steven Spielberg angeschaut – und für sehenswert befunden. Meryl Streep in einer Glanzrolle, wie wir sie lieben.

Kinotipp im Watch-Salon: Die Verlegerin

Foto: Universal Pictures International Germany GmbH

 

 

Widerliche Wilderei

Eine alte Frau kniet im Wald und zeigt einem Mann ein Käfer auf ihrer HandSie nervt – Duszejko, die unbequeme Alte, die die Natur so liebt und gegen die Wilderei kämpft. Die polnische Regisseurin Agnieszka Holland verbindet mit ihrem neuesten Film eine Hommage: Eine Huldigung allen altgewordenen Kämpferinnen für eine bessere Welt.

Mit diesem Hinweis auf einen „skandinavischen Krimi“ made in Poland gibt die feministische Filmkritikerin Sophie Rieger ihren Einstand als Gastautorin im Watch-Salon. „Liebenswert“ – so das Fazit der FILMLÖWIN.

Filmtipp im Watch-Salon: Die Spur

Foto: Filmkinotext

 

 

Treffen arabischer Journalistinnen

Vier arabische Journalistinnen in bester Stimmung beim Treffen der Deutsche Welle-AkademieSie lassen sich nicht unterkriegen – allen Kämpfen des Alltags und ihren schwierigen Arbeitsbedingungen zum Trotz – berichtet Salonista Tina Stadlmayer über Kolleginnen in arabischen Ländern. Die Deutsche Welle Akademie hatte Ende November zu einem Treffen arabischer Journalistinnen in Tunesien eingeladen.

Tina Stadlmayer stellte ihnen den Journalistinnenbund vor, mit dem Ziel auch sie zur Bildung eines Netzwerkes zu inspirieren. Besonders gut kam dabei die Präsentation des Mentoring-Programms an, erzählt sie: Das erste Mentorin-Mentée-Paar hätte sich an Ort und Stelle zusammen gefunden.

Aktuell im Watch-Salon: Journalistinnen verbindet Euch!

 

 

Älterwerden als Feministin

Das Team des Watch-Salon in ausgelassener Stimmung„Wie geht Feminismus mit 60?“ Am besten fröhlich und gelassen, behauptet das Watch-Salon-Team und beweist das mit einem Foto von der Jubiläumsfeier des Journalistinnenbundes im Juni 2017. Zwar gehört nur ein Teil der Salonistas zu den älteren Frauen, über die sich die renommierte Journalistin Charlotte Wiedemann in einem viel beachteten taz-Artikel Gedanken gemacht hat. Aber auch der Watch-Salon fand darauf Antworten.

  • Magdalena Köster: Männer reden nicht über müde Genitalien
  • Tina Stadlmayer: Die Jüngeren hadern mit dem Älterwerden
  • Eva Hehemann: Mein Ziel war immer weise zu werden
  • Angelika Knop: Manche Empfindungen müssen reifen

Jetzt im Watch-Salon: Diskussion ums Älterwerden
Wenn Feministinnen älter werden | Wie alte Frauen verschwinden

 

#MeToo in Great Britain

Englische Zeitungen mit Berichten über FallonIn den Schlagzeilen britischer Zeitungen: Der Rücktritt des Verteidigungsministers Fallon. Unsere Londonkorrespondentin Tina Stadlmayer klärt auf: Es war mehr als nur ein Griff ans Knie einer Journalistin. Das systematische Verschleiern der wahren Gründe dient dazu die weltumspannende Initiative #MeToo zu diskreditieren.

Nach der Englischen Woche werfen wir also erneut den Blick auf die Verhältnisse in Großbritannien. Nur eines ist sicher, was gerade in den Zirkeln der Macht in London und Hollywood aufgedeckt wird, passiert gewiss auch bei uns.

Aktuell im Watch-Salon: Aufräumen im Saustall

Foto: Tina Stadlmayer

 

Sexismus in Großbritannien

BBC-Korrespondentin Laura KuenssbergDer Watch-Salon kann sich schmücken, mit seiner internationalen Ausrichtung. Salonista Tina Stadlmayer lebt in London und versorgt uns regelmäßig mit Hintergrundgeschichten aus Großbritannien.

Skandalös: Wegen Morddrohungen gehen streitbare Journalistinnen nur noch mit Bodyguard zu TV-Einsätzen. Genauso empörend die Lohnungleichheit bei der BBC. Doch  die Kolleginnen wissen sich zu wehren.

Englische Woche im Watch-Salon: Auch Eva Hehemann hat stets einen wachen Blick auf die Verhältnisse in den britischen Medien, nachdem sie lange Jahre auf der anderen Seite des Ärmelkanals zu Hause war.

Korrespondentin mit Bodyguard
Ungerecht: BBC-Männer verdienen mehr
Der Fall des Harvey Weinstein

Foto: Laura Kuenssberg /BBC-Schnappschuss

Noch Fragen?

Buch "Heteros fragen, Homos antworten" liegt auf Zeitungsseite mit KolumneHeteros fragen, Homos antworten – ein exquisites Nachschlagewerk, perfekt zum Verschenken und für die Handtasche: die „QUEER weiß was“-Kolumne im Berliner Tagesspiegel liegt nun als Buch vor. 50 Mal haben die RedakteurInnen Anja Kühne, Tilman Warnecke, Nadine Lange und Björn Seeling mit wohlgesetzen Formulierungen Fragen beantwortet, die neugierige Outsider oft haben.

Salonista Christine Olderdissen fand aber auch im Vorwort ehrliche Worte über Redaktionsinterna – denn manch eine Fragestellung wurde zum Auslöser von Konflikten – zwischen Heteros und Homos.

Jetzt im Watch-Salon: „Wer ist bei Euch der Mann?“

Foto: Christine Olderdissen