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Frisch gebloggt – Aktuell im Watch-Salon

Eine fröhliche Feier – Der Festakt zu 100 Jahren Frauenwahlrecht im Deutschen Historischen Museum in Berlin, auf den Tag genau nach jenem 12. November 1918, der den Frauen das Wahlrecht verschafft hat. 350 prominente Frauen waren gekommen, von Angela Merkel bis Margarete Stokowski, und stellten sich amüsiert vor die pinkfarbene Fotowand, in immer neuen Konstellationen.

Jetzt im Watch-Salon – Der Festakt als Fotosession

 

Foto: Christine Olderdissen

 

 

Female Pleasure

Leyla Hussein spricht mit Massai-Frauen über Genitale VerstümmelungDie nackte Frau als tägliche Ware – Busen, Beine, Hintern, um Parfüm oder Kleidung zu verkaufen. Mit Zeugnissen sexistischer Bilderwelten beginnt der Dokumentarfilm Female Pleasure. „Wir haben kein Recht auf unseren Körper. Kein Recht auf unsere Sexualität. Warum quälen sie uns seit Jahrtausenden?“ Das sagen fünf kluge und couragierte Frauen aus den großen Weltreligionen, die Regisseurin Barbara Miller über ihre wahrlich fürchterlichen Erfahrungen als Sexualobjekte befragt. Besonders beeindruckend die britische Aktivistin Leyla Hussein, die zu Massai-Frauen reist, um über genitale Verstümmelung zu sprechen.

Salonista Magdalena Köster faßt in ihrer Filmrezension die wesentlichen Aspekte der Doku zusammen, für alle, die den Weg ins Kino nicht schaffen.

Aktuell im Watch-Salon: Female Pleasure – ein Must See
Foto: x-Verleih

 

100 Jahre Damenwahl – Die Ausstellung

Gezeichnetes Wahlplakat von 1919: Frau wedelt mit einem Tuch80 Prozent aller wahlberechtigten Frauen nutzten bei der Wahl zur Nationalversammlung 1919 ihr so hart erstrittenes Wahlrecht. 100 Jahre später feiern wir das Frauenwahlrecht – mit einer Vielzahl von Veranstaltungen. Eine besonders eindrucksvolle ist die Ausstellung im Historischen Museum Frankfurt, die am 30. August eröffnet hat.

Jb-Frau Margit Schlesinger-Stoll hat ihren Standortvorteil als Frankfurterin genutzt, schon vorher hinter die Kulissen geschaut und mit den Macherinnen gesprochen. Ihr Bericht als Gastautorin im Watch-Salon macht Lust, selbst hinzugehen, und sei es mehrmals, wie es die Autorin vorhat.

Aktuell im Watch-Salon: 100 Jahre Damenwahl

Wahlplakt 1919 von Ludwig Kainer © HMF

 

Karrieretipps für Spitzenfrauen

Annette Hillebrand Portrait in schwarz-weißWas gehört eigentlich dazu, sich in männlich dominierten Hierarchien zu behaupten? Annette Hillebrand, bis 2014 Leiterin der Akademie für Publizistik in Hamburg, kennt die Spielregeln. Sie coacht Medienfrauen, die es an die Spitze geschafft haben und plötzlich vor ungeahnten Problemen stehen. Bienenfleiß als Journalistin, so viel sei verraten, war gestern.

Salonista Eva Hehemann, die Annette Hillebrand aus der gemeinsamen Arbeit in der jb-Jury für den Couragepreis kennt, hat ihr die wichtigsten Tipps entlockt: Es kommt auf kluge Gesprächsführung, intensives Netzwerken und ein souveränes Auftreten an.

Neu im Watch-Salon: Endlich an der Spitze! Was jetzt?

Foto: Ulf Dahl

 

Digitaler Nachlass

Sechs bunte Stühle stehen herumFotos, E-Mails, Chatverläufe – unsere Spuren im Internet sind vielfältig. Aber soll es die auch noch geben, wenn das Leben zu Ende ist?

Salonista Magdalena Köster hat Informationen zusammengetragen, wie Angehörige mit dem digitalen Erbe umgehen können.

Der vermutlich wichtigste Tipp: Schon zu Lebzeiten sollten sich alle mit der Frage beschäftigen, was soll von mir bleiben? Und wie verschaffe ich meinen Erben Zugang zu meinen Aktivitäten im Internet? Fragen die längst auch die Gerichte beschäftigen.

Aktuell im Watch-Salon: Nicht auf die lange Bank schieben!

Foto: C. Olderdissen

 

Juryarbeit

Portrait Juliane Schiemenz und Marlies Hesse bei der MHNP-Preisverleihung 2015Eine Ermutigung für junge Journalistinnen hatte Marlies Hesse im Sinn, als sie den nach ihr benannten Nachwuchspreis 2002 ins Leben rief. Mit einer Auszeichnung belohnt zu werden, das stachelt alle an. Zu Größerem, zum Weitermachen, zum Dranbleiben auch bei schwierigen Recherchen, zum Experimentieren mit journalistischen Darstellungsformen, zum Mundaufmachen und Forderungen stellen.

Wir haben die Stifterin des Marlies-Hesse-Nachwuchs-Preis  gebeten, uns in einem Gastbeitrag einen Blick hinter die Kulissen der Juryentscheidung zu gewähren. Der Preisverleihung wird mit einer Gala im Rahmen der jb-Jahrestagung „Visionale jb 2025“ am 30. Juni in Berlin gefeiert.

Links: Juliane Schiemenz und Marlies Hesse – Preisträgerin 2015 und Preisstifterin /Foto: Eva Hehemann

 

Ausgezeichnet

Courage-Preisträgerin Jenni RothSie hat ein Faible für ungewöhnliche Menschen und Situationen und findet beim Darüber-Schreiben die richtigen Worte: Jenni Roth. Für ihre Reportage im ZEITmagazin „Mord an Carolin G. – Eine Stadt sucht einen Mörder“ zeichnet sie der Journalistinnenbund mit dem Courage-Preis 2018 aus.

„Der Text ist spannend wie ein Krimi und hallt lange nach, ist dabei zurückhaltend und sachlich – einfach großartig!“, meint Eva Hehemann, die an der Jury-Entscheidung beteiligt war. Im Watch-Salon stellt sie die freie Print- und Radiojournalistin vor. Der Preis wird bei einer feierlichen Gala im Rahmen der jb-Jahrestagung „Visionale jb 2025“ am 30. Juni in Berlin überreicht.

Jetzt aktuell im Watch-Salon: Jenni Roth erhält den Courage-Preis 2018

Foto: Anja Martin

 

Must have: Vielfalt in Redaktionen

Fotowand mit Portraits von Frauen und Männern mit Fotoapparaten vor der Nase

„Es führt kein Weg an vielfältigen Redaktionen vorbei“, erklärte Zeit-Online-Autorin Vanessa Vu am Montag unserer „Woche der Vielfalt“ im Gespräch mit Salonista Mareice Kaiser. Das kommt sowieso, sagen auch die taz-Redakteurin Amna Franzke und die Kolumnistin und Buchautorin Jagoda Marinic: „Bald wird es in den Redaktionen aussehen wie in Deutschlands Städten und Schulklassen.“ Vielfältig statt eintönig, so wie die Geschichten, die wir dank der längst überfälligen Diversity zu lesen und zu hören bekommen. Das 6. jb-Medienlabor diskutiert an diesem Freitag in der Kunsthochschule für Medien Köln über „Medien in der Einwanderungsgesellschaft“. Der Watch-Salon hat vorab Referentinnen um Stellungnahmen gebeten.

Aktuell im Watch-Salon: Vanessa Vu und Amna Franzke und Jagoda Marinic
Foto: Deutsches Technikmuseum Berlin, Ausstellung Fototechnik

 

#journofairpay

Frauen weben aus rot-weissem Absperrband ein Netz zum Equal-Pay-Day vor dem Münchener RathausDas Entgelttransparenzgesetz ist ein zahnloser Tiger? Nicht so ganz – frau kann damit durchaus Zähne zeigen, gerne mit männlichen Kollegen. Wie wäre es zum Beispiel, wenn all die Herren in den Redaktionen mal ihren Auskunftsanspruch nutzen würden?

Zum Equal Pay Day an diesem Sonntag hat Salonista Angelika Knop eine Anleitung erstellt, wie wir mehr Transparenz in Medienhäusern schaffen.

Übrigens: Unter dem Hashtag #journofairpay kann in den Sozialen Medien dieser Artikel und viele weitere Forderungen zu mehr Entgelttransparenz und fairen Gehältern für Medienschaffende geteilt werden.

Aktuell zum Equal Pay Day im Watch-Salon: Anleitung für Entgelttransparenz

Foto: Angelika Knop

 

Mehr als Blumen

Blumencape für die Statue Fearless Girl vor der Börse von New YorkZum Internationalen Frauentag am 8. März gab es Blumen für Statuen, vor allem aber auch jede Menge differenzierte Berichterstattung. Fazit zahlloser engagierter Kommentare zum Stand der Geschlechtergerechtigkeit in Deutschland und weltweit: Es bleibt noch viel zu tun!

Die „Beobachtung von Medien und Gesellschaft“ ist die ureigenste Aufgabe des Watch-Salons. Magdalena Köster und Christine Olderdissen haben dementsprechend in Radio- und Fernsehsendungen, in den Printmedien und auf Twitter nach Frauentags-Perlen gefischt.

Aktuell im Watch-Salon: Presseschau zum Frauentag 2018

Foto: Untapped City/Old Navy

 

 

Hinter den Fassaden

Filmproduzentin Lisa BlumenbergEine junge Frau gerät in den Strudel einer Bankenkrise, bei der sie kräftig mitmischt. Die sechsteilige ZDF-Serie Bad Banks war die Idee von Filmproduzentin Lisa Blumenberg, Auslöser der Zusammenbruch der „Lehman Brothers“ 2008.

Mit einem Team von Autoren, dem Regisseur Christian Schwochow und vielen exzellenten DarstellerInnen gewährt sie uns einen Einblick hinter die Hochglanzfassaden des Investmentbankings und in seine Abgründe. Im Gespräch mit Salonista Eva Hehemann erzählt sie, wieso in ihren Produktionen oft komplexe Frauen-Figuren im Mittelpunkt stehen, und entdeckt die Feministin in sich.

Neu im Watch-Salon: Interview mit Bad Banks-Produzentin Lisa Blumenberg

Foto: Sascha Baumann/ZDF

 

Uma und wir

Eine Mutter schaut mit ihren zwei kleinen Töchtern Fotos an„Ihr bekommt ein Geschwisterchen,“ sagt Tabea Hosche zu ihren Töchtern Ebba und Uma. Doch in die Vorfreude mischt sich die Sorge, wird das Kind gesund sein? In ihrem ersten WDR-Hautnah-Film „Uma und ich“ hat die TV-Journalistin ihr Familienleben mit einem behinderten Kind dokumentiert. Uma, die ältere, kam mit einem seltenen Gen-Defekt zur Welt. Ihre Mutter hält die Kamera auf das Familienleben, ungeschminkt, mit Höhen und Tiefen, vor allem aber in seiner Normalität. Im zweiten, aktuellen Film geht es um ihre dritte Schwangerschaft. Im Mittelpunkt die Angst der Eltern, ein weiteres behindertes Kind zu bekommen, und ihre Auseinandersetzung mit pränataler Diagnostik. Der Ehemann hätte gern Sicherheit, Tabea Hosche würde am liebsten gar nichts wissen.

Aktuell im Watch-Salon: Fernsehtipp WDR-Hautnah „Uma und wir“.
Mit Links zu Mediatheken und Interviews mit der Filmemacherin.

Foto: Kirsten Kofahl

 

Tough: Meryl Streep als „Die Verlegerin“

Meryl Streep als Verlegerin Kay GrahamKatherine Graham ist eine mächtige Frau. Doch der Mut und die Entschlossenheit der Verlegerin der Washington Post werden auf eine harte Probe gestellt, als ihr Chefredakteur die „Pentagon Papers“ veröffentlichen will. 1971, auf dem Höhepunkt des Vietnamkrieges, versucht US-Präsident Nixon alles, um das zu unterbinden.

Salonista Luise Loges hat sich das Biopic von Altmeister Steven Spielberg angeschaut – und für sehenswert befunden. Meryl Streep in einer Glanzrolle, wie wir sie lieben.

Kinotipp im Watch-Salon: Die Verlegerin

Foto: Universal Pictures International Germany GmbH

 

Widerliche Wilderei

Eine alte Frau kniet im Wald und zeigt einem Mann ein Käfer auf ihrer HandSie nervt – Duszejko, die unbequeme Alte, die die Natur so liebt und gegen die Wilderei kämpft. Die polnische Regisseurin Agnieszka Holland verbindet mit ihrem neuesten Film eine Hommage: Eine Huldigung allen altgewordenen Kämpferinnen für eine bessere Welt.

Mit diesem Hinweis auf einen „skandinavischen Krimi“ made in Poland gibt die feministische Filmkritikerin Sophie Rieger ihren Einstand als Gastautorin im Watch-Salon. „Liebenswert“ – so das Fazit der FILMLÖWIN.

Filmtipp im Watch-Salon: Die Spur

Foto: Filmkinotext

 

Treffen arabischer Journalistinnen

Vier arabische Journalistinnen in bester Stimmung beim Treffen der Deutsche Welle-AkademieSie lassen sich nicht unterkriegen – allen Kämpfen des Alltags und ihren schwierigen Arbeitsbedingungen zum Trotz – berichtet Salonista Tina Stadlmayer über Kolleginnen in arabischen Ländern. Die Deutsche Welle Akademie hatte Ende November zu einem Treffen arabischer Journalistinnen in Tunesien eingeladen.

Tina Stadlmayer stellte ihnen den Journalistinnenbund vor, mit dem Ziel auch sie zur Bildung eines Netzwerkes zu inspirieren. Besonders gut kam dabei die Präsentation des Mentoring-Programms an, erzählt sie: Das erste Mentorin-Mentée-Paar hätte sich an Ort und Stelle zusammen gefunden.

Aktuell im Watch-Salon: Journalistinnen verbindet Euch!

 

 

Älterwerden als Feministin

Das Team des Watch-Salon in ausgelassener Stimmung„Wie geht Feminismus mit 60?“ Am besten fröhlich und gelassen, behauptet das Watch-Salon-Team und beweist das mit einem Foto von der Jubiläumsfeier des Journalistinnenbundes im Juni 2017. Zwar gehört nur ein Teil der Salonistas zu den älteren Frauen, über die sich die renommierte Journalistin Charlotte Wiedemann in einem viel beachteten taz-Artikel Gedanken gemacht hat. Aber auch der Watch-Salon fand darauf Antworten.

  • Magdalena Köster: Männer reden nicht über müde Genitalien
  • Tina Stadlmayer: Die Jüngeren hadern mit dem Älterwerden
  • Eva Hehemann: Mein Ziel war immer weise zu werden
  • Angelika Knop: Manche Empfindungen müssen reifen

Jetzt im Watch-Salon: Diskussion ums Älterwerden
Wenn Feministinnen älter werden | Wie alte Frauen verschwinden

 

#MeToo in Great Britain

Englische Zeitungen mit Berichten über FallonIn den Schlagzeilen britischer Zeitungen: Der Rücktritt des Verteidigungsministers Fallon. Unsere Londonkorrespondentin Tina Stadlmayer klärt auf: Es war mehr als nur ein Griff ans Knie einer Journalistin. Das systematische Verschleiern der wahren Gründe dient dazu die weltumspannende Initiative #MeToo zu diskreditieren.

Nach der Englischen Woche werfen wir also erneut den Blick auf die Verhältnisse in Großbritannien. Nur eines ist sicher, was gerade in den Zirkeln der Macht in London und Hollywood aufgedeckt wird, passiert gewiss auch bei uns.

Aktuell im Watch-Salon: Aufräumen im Saustall

Foto: Tina Stadlmayer

 

Sexismus in Großbritannien

BBC-Korrespondentin Laura KuenssbergDer Watch-Salon kann sich schmücken, mit seiner internationalen Ausrichtung. Salonista Tina Stadlmayer lebt in London und versorgt uns regelmäßig mit Hintergrundgeschichten aus Großbritannien.

Skandalös: Wegen Morddrohungen gehen streitbare Journalistinnen nur noch mit Bodyguard zu TV-Einsätzen. Genauso empörend die Lohnungleichheit bei der BBC. Doch  die Kolleginnen wissen sich zu wehren.

Englische Woche im Watch-Salon: Auch Eva Hehemann hat stets einen wachen Blick auf die Verhältnisse in den britischen Medien, nachdem sie lange Jahre auf der anderen Seite des Ärmelkanals zu Hause war.

Korrespondentin mit Bodyguard
Ungerecht: BBC-Männer verdienen mehr
Der Fall des Harvey Weinstein

Foto: Laura Kuenssberg /BBC-Schnappschuss

Noch Fragen?

Buch "Heteros fragen, Homos antworten" liegt auf Zeitungsseite mit KolumneHeteros fragen, Homos antworten – ein exquisites Nachschlagewerk, perfekt zum Verschenken und für die Handtasche: die „QUEER weiß was“-Kolumne im Berliner Tagesspiegel liegt nun als Buch vor. 50 Mal haben die RedakteurInnen Anja Kühne, Tilman Warnecke, Nadine Lange und Björn Seeling mit wohlgesetzen Formulierungen Fragen beantwortet, die neugierige Outsider oft haben.

Salonista Christine Olderdissen fand aber auch im Vorwort ehrliche Worte über Redaktionsinterna – denn manch eine Fragestellung wurde zum Auslöser von Konflikten – zwischen Heteros und Homos.

Jetzt im Watch-Salon: „Wer ist bei Euch der Mann?“

Foto: Christine Olderdissen