Grafik Journalistinnenbund

Regionalgruppenabend im Februar 2017

Am 7. Februar hatten wir Hanna und Dieter Eckhardt zu Gast, die uns ihre Biographie von Meta Quarck-Hammerschlag vorstellten. Beide Autoren sind Mitglieder der AWO-Geschichtswerkstatt. Die bisher weitgehend unbekannte Frankfurter Frauenaktivistin und Politikerin begegnete ihnen durch ihre Beschäftigung mit der Historie der Arbeiterwohlfahrt. Ihre Biographie mit dem Titel „Ich bin radical bis auf die Knochen“ ist im Fachhochschulverlag Frankfurt am Main erschienen. Meta Quarck-Hammerschlag (1864–1954) war eine Vorkämpferin der Frauenbewegung und konnte 1919 als erste Frau in Deutschland in den Stadtrat einziehen. Sie war also nicht nur die erste Frankfurter Stadträtin, sondern die erste Stadträtin in Deutschland.

Als Höchster Unternehmertochter geboren, engagierte sie sich schon früh für die Belange der Arbeiterfrauen. Nachdem sie realisiert hatte, dass die Aktivitäten der bürgerlichen Frauenbewegung nicht weit genug in den Alltag der Arbeiterfrauen reichten, trat sie in die sozialdemokratische Partei ein. Mit ausgeprägtem politischen Gespür und ihrer Fähigkeit, andere mit ihrem Tatendrang anzustecken, hatte sie großen Anteil an der Gründung und dem Erfolg der Arbeiterwohlfahrt Frankfurt. Später trat sie der abolitionistischen Bewegung bei, die forderte, dass Prostituierte nicht bestraft werden sollten.

Als die Nationalsozialisten 1933 den Stadtrat Frankfurts auflösten, ging sie in die innere Emigration, kehrte aber nach dem Krieg in das politische Leben zurück. Meta Quarck-Hammerschlag erhielt 1952 das Bundesverdienstkreuz am Bande. Ihr Grab liegt auf dem Frankfurter Hauptfriedhof, im Historischen Museum Frankfurt ist ein Porträt von ihr zu besichtigen.