Grafik Journalistinnenbund

Workshop Konfliktsensitiver Journalismus

Samstag, 9. November 2019, Essen, 10 bis 17 Uhr mit Mittagspause

Wie berichten wir über Konflikte? Werden wir dem Thema oder den Betroffenen gerecht? Kennen wir alle Seiten? Haben wir selbst Vorurteile und können wir sie auch über Bord werfen? Beziehen wir unsere eigene Position oder werden wir instrumentalisiert? Nichts ist schwerer als über Konflikte zu berichten, doch wie, ohne sie weiter anzuheizen…

Im Workshop Konfliktsensitive Journalismus wollen wir einige Grundprinzipien des Journalismus in den Fokus stellen, die eine konfliktsensible Arbeit hier in Deutschland fördern sollten – und diskutieren, wie wir sie trotz der Tendenzen hin zu einer „Erregungsgesellschaft“ einfordern und umsetzen können. Um die Dynamik von Konflikten besser zu verstehen, beschäftigen wir uns zudem mit einigen Aspekten der Konflikt- und Sprachforschung, der praktischen Friedensarbeit und der Sozialpsychologie.

Konfliktsensitiver Journalismus ist bisher vor allem in Ländern ein Thema, in denen Kolleg*innen über Gewaltkonflikte und Kriege berichten müssen. Doch eignen sich Aspekte dieses Ansatzes auch für die alltägliche Berichterstattung vor der eigenen Haustür. Gesellschaftliche und politische Spannungen zu scheinbar harmloseren Themen, wie Braunkohletagebau, Fahrverbote, Flüchtlinge, Wohnungsbau, Fleischverzicht – um nur ein paar aktuellere Ereignisse zu nennen – können in Zeiten der Sozialen Netzwerke zum explosiven Gemisch werden. Am Ende weiß niemand mehr, um was es eigentlich geht.

In einem zunehmend von polarisierenden Meinungen beherrschten gesellschaftlichen Klima wird es für Journalistinnen und Journalisten immer schwerer, in ihrer Berichterstattung für Klarheit und Aufklärung der Sachverhalte zu sorgen – ohne dabei womöglich zur Eskalation beizutragen oder sogar selbst Opfer eines Konflikts zu werden.

 

Seminarinhalte

  • Was ist konfliktsensitiver Journalismus, was ist Friedensjournalismus?
  • Einordnung „qualitätsjournalistischer“ Grundprinzipien in den konfliktsensiblen Kontext.
  • Grundlagen aus Forschung, Friedensarbeit und Sozialpsychologie: Verständnis, Analyse und Dynamik von Konflikten (generell – nicht nur gewalttätige!)
  • Input und Übung zu konfliktsensibler Sprache (Framing & Co.)
  • Hoffentlich viele angeregte Diskussionen!

Sigrun Rottmann leitet den Workshop

Die Workshop-Leiterin:

Sigrun Rottmann ist Journalistin und wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Journalistik der TU Dortmund, wo sie auch Konfliktsensitiven Journalismus lehrt. Sie ist zertifizierte Systemische Beraterin für Teams und Gruppen und absolviert zurzeit an der Akademie für Konflikttransformation die berufsbegleitende Weiterbildung „Friedens- und Konfliktarbeit“. Sie hat Politikwissenschaft studiert und bei der Frankfurter Rundschau volontiert. Sie war dann zwei Jahre lang FR-Korrespondentin für Mexiko, Lateinamerika und die Karibik mit Sitz in Mexiko-Stadt, bevor sie für acht Jahre zum englischsprachigen Dienst des BBC World Service in London wechselte. Seit ihrer Rückkehr ins Ruhrgebiet 2011 arbeitet sie neben ihrer Tätigkeit an der TU als Freie unter anderem für WDR 5 sowie als Trainerin für internationale Journalist*innen-Workshops (Deutsche Welle Akademie, GIZ).

Maximal 12 Teilnehmerinnen

Workshop-Gebühr  gefördert vom jb, für Nichtmitglieder 20 Euro – enthalten: Tagungsverpflegung: Kaffee, Tee, Kekse, Softgetränke, Mittagessen, Raummiete

Veranstaltungsort:

Unperfekthaus

Friedrich-Ebert-Str. 18 – 26

45127 Essen

https://www.unperfekthaus.de/

Bitte jetzt anmelden bei: Regina Völz regina.voelz@t-online.de mobil: 0172 5356 200