Grafik Journalistinnenbund

Ausgezeichnete Journalistinnen

Die Journalistin und Autorin Sabine Zurmühl, die Investigativjournalistinnen Isabell Beer und Isabel Ströh und die Nachwuchsjournalistinnen Julia Bellan und Franziska Pröll wurden am 20. September 2025 in Leipzig mit den Medienpreisen des Journalistinnenbundes (jb) geehrt.

Hedwig-Dohm-Urkunde 2025

Drei Frauen bei Preisverleihung auf der Bühne

Die Preisträgerin Sabine Zurmühl und ihre ersten Gratulantinnen: Friederike Sittler für den Vorstand des Journalistinnenbundes, links, und Laudatorin Gabriele Mielcke, rechts / Foto: Sophie Valentin

Sabine Zurmühl ist eine Pionierin mit langem Atem. Die Journalistin ist nicht nur Mitbegründerin der feministischen Zeitschrift „Courage“, Filmemacherin und Autorin. Sie ist auch Gründungsmitglied des Journalistinnenbundes und langjährige Vorsitzende der Jury für den Marlies-Hesse-Nachwuchspreis.

Sabine Zurmühl hat stets nicht nur informiert und dokumentiert, sondern auch gesellschaftliche Tabus gebrochen, unterrepräsentierten Stimmen Gehör verschafft und nachfolgenden Generationen von Journalistinnen den Weg geebnet. Mit ihrer journalistischen Integrität und ihrem unerschütterlichen Engagement für Gleichberechtigung und soziale Gerechtigkeit hat sie Maßstäbe gesetzt und ist eine wichtige Stimme der deutschen Medien- und Frauengeschichte. Mit ihrem Lebenswerk ist uns Sabine Zurmühl ein Vorbild.

Laudatio Gabriele Mielcke im Wortlaut
Dankesrede Sabine Zurmühl im Wortlaut

Courage-Preis 2025

Vier Frauen auf der Bühne bei der Preisverleihung

Nach der Übergabe der Urkunden, v.l.n.r.: jb-Vorsitzende Friederike Sittler, die Preisträgerinnen Isabell Beer und Isabel Ströh und Magdalena Kämper für die Preisjury / Foto: Sophie Valentin

Die Dokumentation „Das Vergewaltiger-Netzwerk auf Telegram“, ausgestrahlt in STRG_F auf dem ARD-ZDF-Kanal Funk, untersucht ein internationales Netzwerk von rund 70.000 Usern. Die Männer tauschen sich online darüber aus, wie sie möglichst effektiv Frauen betäuben und vergewaltigen können.

Die Autorinnen Isabell Beer und Isabel Ströh recherchierten mehr als ein Jahr investigativ in der Szene und traten unerschrocken und mutig dem Netzwerk selbst bei. Sie verfolgen die Spuren einzelner Täter und zeigen, mit welch krimineller Energie gehandelt, die bewusstlosen Opfer gefilmt, fotografiert und anderen Usern zum Missbrauch angeboten werden. Die Bilder werden bewusst nicht gezeigt, stattdessen Chats der Täter vorgelesen. So vermeiden die Autorinnen jegliche reißerische Attitude und wahren die Würde der Frauen.

In der Debatte um digitale Verantwortung und strafrechtliche Konsequenzen leistet der eindrucksvolle Film von Isabell Beer und Isabel Ströh einen unverzichtbaren Beitrag.

Marlies-Hesse-Nachwuchspreis 2025

Vier Frauen auf der Bühne bei der Preisverleihung

Die Preisträgerinnen Julia Bellan und Franziska Pröll mit Gratulantin Friederike Sittler, links, und Vorjahrespreisträgerin Paula Lochte, Mitglied der Jury, rechts / Foto: Sophie Valentin

In ihrem Beitrag „Du gehörst mir, also töte ich dich – Femizide vor Gericht“, veröffentlicht auf faz.net, belegen Julia Bellan und Franziska Pröll, wie deutsche Gerichte mit Tötungsdelikten an Frauen umgehen. In ihrer aufwändigen Recherche werten sie Agenturmeldungen, Lokal- und Boulevardzeitungen aus und fragen bei Polizei und Staatsanwaltschaften an. Die Analyse ergab gravierende Unterschiede bei der jeweiligen Begründung und Urteilsfindung: Erkannte das Gericht den Besitzanspruch des Täters und damit seine „niedrigen Beweggründe“ oder wurde auf schwierige private Umstände abgehoben und eine mildere Strafe ausgesprochen? Die Reportage geht der Frage nach, inwieweit Gerichte rechtsstaatliche Grundsätze sowie das Gerechtigkeitsempfinden der Hinterbliebenen verletzen.

Julia Bellan und Franziska Pröll gelingt es auf beeindruckende Weise, Reportage-Elemente mit sachlicher Analyse zu verbinden. Der Text ist gründlich recherchiert, hervorragend aufgearbeitet und erzählerisch stark.

 

Die feierliche Preisverleihung

Alle Fotos von Sophie Valentin,
Businessfotografie Leipzig

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Die Preisträgerinnen mit Jurys und jb-Vorstand

Die Preisträgerinnen mit Jurys und jb-Vorstand / Foto: Sophie Valentin

→ Pressemitteilung zur Verkündung der jb-Medienpreise vom 21.6.2025 (PDF)