Grafik Journalistinnenbund

Jahrestagung 2021: Aufklären statt Anheizen (17.-19.9.2021)

Förderturm der ehemaligen Zeche Zollverein im Abendlicht

Foto: © Thomas Wolf, www.foto-tw.de (CC BY-SA 3.0 DE)

Vom 17. September bis 19. September 2021 findet die 34. Jahrestagung des Journalistinnenbundes in der Metropole Ruhr statt. Wir starten mit unserem Mentoring-Jahrgang, vergeben die Medienpreise 2021 und beenden die Jahrestagung mit der jb-Mitgliederversammlung, auf der wir unseren neuen Vorstand wählen.

Am Samstag, den 18.9., laden wir ein zur öffentlichen Fachtagung:

„Aufklären statt Anheizen – konfliktsensitiv berichten“

Die Idee:

Krisen, Kriege und Krankheiten scheinen das 21. Jahrhundert fest im Griff zu halten. In Zeiten der Digitalisierung findet das alles immer und überall gleichzeitig statt. Die sich immer schneller drehende Nachrichtenspirale hat die demokratische Streitkultur verändert. Bislang geltende Regeln und Normen werden gebrochen, die Gesellschaft driftet zunehmend auseinander. Auch die Medien tragen zur Radikalisierung des Diskurses bei. Sensationen verkaufen sich gut, doch kritische Berichte und Kommentare dürfen weder Tatsachen verzerren, Konflikte unnötig anheizen noch andere Ansichten verunglimpfen.

Als Journalist*innen sind wir für die Meinungsbildung unserer Gesellschaft mitverantwortlich. Auch deshalb veranstalten wir unsere Fachtagung „Aufklären statt Anheizen – konfliktsensitiv berichten“. Im Austausch mit Expert*innen aus den Bereichen Kommunikation, Medienpsychologie und Sozialwissenschaften wollen wir deutlich machen, was Meinungen, Vorurteile und Emotionen in der journalistischen Berichterstattung bewirken.

Verantwortungsvoller Journalismus ist verpflichtet, gründlich recherchierte Sachverhalte in eine adäquate Berichterstattung einzuordnen. Mit unserer Tagung wollen wir Wege aufzeigen, wie Medienschaffende bewusst mit Konflikten umgehen und eine demokratische Streitkultur fördern können.

Das Programm, Samstag 18.9.21, 10.30-17.30 Uhr im Regionalverband Ruhr in Essen:

Der Vormittag: 10.30-12.30 Uhr (Präsenz und Online)

Sigrun Rottmann (jb), Dozentin für Konfliktsensitiven Journalismus an der TU Dortmund, führt in das Thema ein und diskutiert mit Prof. Dr. Margreth Lünenborg( jb), wie Affekte und Emotionen unseren gesellschaftlichen Diskurs verändern.

„Achtung Konflikt! Warum wir mehr konstruktiven Journalismus in der Krisenberichterstattung brauchen.“ – Vortrag von Prof. Dr. Maren Urner, Professorin für Medien- und Wirtschaftspsychologin an der HMKV Köln, thematisiert in ihrer Keynote den Einfluss alarmistischer Nachrichten auf unser Gehirn. Urner ist auch Autorin von „Schluss mit dem täglichen Weltuntergang“ (2019) und Gründerin von „Perspective Daily“.

Anschließend werden Positionen zu aktuellen Fragen der medialen Kommunikationskultur unter der Leitung von zwei Wissenschaftler* innen und zwei Journalist*innen mit den Teilnehmenden in vier Panels erarbeitet.

Der Mittag: 13.45-15.15 Uhr – 4 Workshops, davon 2 parallel (nur in Präsenz)

„Konstruktiv in der Community: Mit der Empowerment-Methode in Sozialen Netzwerken moderieren.“

Dominique Heinbach, Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Bereich politischer Online-Kommunikation, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Neue Forschungsergebnisse zu Moderation von Nachrichtenkommunikation in den Sozialen Medien.

„Krieg der Sternchen“ – ein Medienphänomen.“

Christine Olderdissen, Juristin, Fernsehautorin und Projektleiterin von Genderleicht.de, der Plattform des Journalistinnenbundes für gendersensible Berichterstattung mit Katalin Vales, Journalistin und Projektmitarbeiterin von Genderleicht.de

„Wir und die Anderen: Wie wir gegen unsere unbewussten Vorurteile angehen können.“

Sheila Mysorekar (NdM), Journalistin, Vorstandsmitglied Neue deutsche Medienmacher*innen, Vorstandsmitglied Neue deutsche Organisationen, Trainerin für konfliktsensiblen Journalismus und Beraterin für Medien in Post-Konflikt-Staaten, unter anderem in Libyen und dem Südsudan.

„Mind the Frame: Bewusste Sprache im Journalismus.“

Maximilian Eder, (Online-) Journalist, Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Professur für Digitalen Journalismus am Institut für Journalistik der Universität der Bundeswehr München. Forschung zur Auswirkung der Digitalisierung auf die Produktion und Nutzung journalistischer Inhalte. Promotionsarbeit zur Nutzung medialer Frames durch politische Journalist*innen auf Twitter in Bezug auf politische Skandale in Deutschland und Österreich.

>> mehr zu den einzelnen Workshops

Der Nachmittag: 15.30-17.00 Uhr (Präsenz und Online) 

„Empört Euch! Wem nützt die mediale Erregungsgsspirale?“
Diskussionsrunde mit Dr. Barbara Hans (ehemalige Chefredakteurin Der Spiegel), Sheila Mysorekar (Vorstand Neue Deutsche Medienmacher*innen und Vorsitzende Neue deutsche Organisationen) und Sigrun Rottmann.
Moderation Andrea Oster (WDR).

Der Abend: ab 19.30 Uhr (Präsenz und Online)

Feierliche Verleihung der Medienpreise des Journalistinnenbundes 2021 im Ruhr Museum Zeche Zollverein, Essen. Zudem blicken wir auf das erfolgreiche Wirken des Team Genderleicht in der vom Ministerium finanzierten Projektphase zurück.

Die Veranstaltungen werden z.T. hybrid geplant und als Live-Stream übertragen.

Mit herzlichen Grüßen von der Ruhr!
Dana Savić und Regina Völz für das Orga-Team der Jahrestagung im Ruhrgebiet

An dieser Stelle werden bis zur Jahrestagung weitere Informationen zum Ablauf und Programm veröffentlicht.

(Stand: 9. Juni 2021)

 

Weitere Hinweise:

Detailinfos zu den Workshops am Nachmittag

Hotelliste

Adressen der Jahrestagung:

Regionalverband Ruhr 

Kronprinzenstraße 35
45128 Essen

Ruhr Museum 

Gelsenkirchener Straße 181
45309 Essen