Grafik Journalistinnenbund

30 Jahre jb im Überblick

1987 wurde der Journalistinnenbund in Frankfurt am Main gegründet. Was seitdem geschah …

1987

Anfang

Es waren drei Fragen, die die Journalistin Gisela Brackert, Redakteurin beim Hessischen Rundfunk, 1987 in einem offenen Brief formulierte. Er führte schließlich zur Gründung des Journalistinnenbundes.

„Liebe Kolleginnen,

Ist Ihnen eigentlich auch schon aufgefallen

– daß die medienpolitische Diskussion nur unter Männern stattfindet?

– daß die Berufsperspektive(n) von Journalistinnen (….) niemals Thema unserer Berufsverbände waren?

– daß wir Journalistinnen uns zwar gerne zum Sprachrohr der Initiativen des Ärztinnenbundes, des Juristinnenbundes, der Frauen in Naturwissenschaften und Technik, der Akademikerinnen etc. machen, aber selber kein Sprachrohr für unsere Interessen oder unsere Sicht der Dinge haben?“

Weiterlesen:

Die kluge Wegbereiterin – Fünf Fragen an jb-Gründerin Gisela Brackert

 

Professionell

Sabine Zurmühl arbeitet an einer Fernsehreihe zur Geschichte der deutschen Frauenbewegung (Foto: WDR)

Wir sind ein Netzwerk von Frauen im Journalismus. Wir setzen uns für engagierten Qualitätsjournalismus, Menschen- und Frauenrechte ein. Was wir sonst noch wollen und wie wir als Berufsverband organisiert sind, steht hier.

 

1990

Langstrecke

Rebecca Beerheide (2015 – heute), Andrea Ernst (2011 –  2015) , Eva Kohlrusch (2005 – 2011), Ulrike Helwerth (1999 – 2005), Inge von Bönninghausen (1991 – 1999) , Gisela Brackert (1987 – 1991)  (Foto: Jasmin Andresh)

Die sechs Vorsitzenden des Journalistinnenbundes in der Reihenfolge ihres Wirkens: Gisela Brackert, rechts, war bei der Gründung 1987 dabei. Rebecca Beerheide, links, ist in jeder Hinsicht die jüngste Vorsitzende. Wir sind stolz auf die generationenübergreifenden Verbindungen in unserem Verein. 30 Jahre durchzuhalten, das schaffen nicht viele.

Kämpferisch

1990: Inge von Bönninghausen bei einer Demonstration gegen §218 (Foto: WDR)

Kämpfe gab es viele. Gegen die Benachteilung von Frauen im Beruf und in den Medien, für Geschlechtergerechtigkeit, mehr Präsenz von Frauen, Chefredakteurinnen. Unzählige Briefe, Demonstrationen, Aktionsstände seit 1987. Für unsere Forderungen aufstehen – das ist 2017 genauso wichtig wie 1987.

mehr lesen

1991

Lebenswerk

Seit 1991 zeichnet der jb erfahrene Kolleginnen für ihr Lebenswerk mit der Hedwig-Dohm-Urkunde aus. Die Liste der Preisträgerinnen ist lang und illuster.

2014: jb-Vorsitzende Andrea Ernst, Preisträgerin Christina von Braun, Laudatorin Inge von Bönninghausen

2014: jb-Vorsitzende Andrea Ernst, Preisträgerin Christina von Braun, Laudatorin Inge von Bönninghausen (Foto: Julia Hiltscher)

Stolz

Ja, wir haben Tassen mit einem kämpferischen Motto. Als tägliche Erinnerung an eine Kollegin, die uns voraus war: Hedwig Dohm (1831-1919), deren Mut und spitze Feder wir bewundern.

rote Tassen mit weißer Schrift

jb-Tassen (Foto: Eva Hehemann)

1995
2001

Fördern

2016: Friederike Sittler und Tina Srowig beim Abschluss der achten Mentoring-Runde (Foto: Frauke Langguth)

Seit 2001 haben wir ein Mentoring-Programm. Seitdem wurden in acht Durchgängen junge Kolleginnen von erfahrenen Kolleginnen unterstützt und gefördert.

Geschlechtergerechtigkeit

Ein sperriges Wort, hinter dem sich konkrete Projekte beim jb verbergen. Zum Beispiel die Teilnahme am Global Media Monitoring Project GMMP, einer weltweiten Medienbeobachtung mit dem Fokus auf dem Bild der Frauen in Tageszeitungen, Hörfunk und Fernsehen. Seit 1995 ist der Journalistinnenbund der deutsche Partner für das GMMP.

2002
2003

Politik

Bei Pressereisen schaut der jb den Mächtigen in Berlin und Brüssel auf die Finger.

Frauen hinter einer Gruppe von Stoffbären

Bärenstark: Pressereise nach Berlin 2003 (Foto: Ina Krauß)

Kuchen

Gehört auch dazu. Hier geht es aber nicht um Kaffeeklatsch, sondern um aktives Netzwerken. Auf der Jahrestagung, beim Medienlabor, in den Regionalgruppen: Austausch über berufliche Fragen, Kontakte zu Redaktionen, Tipps und Hinweise von Kolleginnen für Kolleginnen.

Frauen trinken Kaffee, im Vordergrund einer Etagere mit Torten

2003: Kaffeepause auf der Jahrestagung in Herne (Foto: Frauke Langguth)

2005
2007

Spitzenfrauen

2007: Diskussion mit Dagmar Reim und Monika Piel im Rahmen der Jahrestagung (Foto: Herbert Sachs)

Von Anfang an hat sich der jb für mehr Frauen an der Spitze im Journalismus eingesetzt. 2007, als das Foto mit den späteren ARD- Intendantinnen Dagmar Reim und Monika Piel entstand, war das noch Zukunftsmusik.

Macht

Das Grußwort zu unserem 20-jährigen Jubiläum 2007 schrieb Angela Merkel.

„Der intensive berufliche Austausch zwischen weiblichen Journalisten und das wachsende Netzwerk von Medienmacherinnen hat zu einer zunehmenden und selbstverständlichen Präsenz von Frauen in allen wichtigen Medienbereichen geführt. Diese erfreuliche Entwicklung geht auch auf die vielfältigen Aktivitäten des Journalistinnenbundes zurück.“

 

2008

Aufmerksam

Wir beobachten Medien und Gesellschaft – in unserem Blog „Watch-Salon“ seit 2008. Der erfolgreichste Blogbeitrag beschäftigt sich übrigens mit den Geschlechterverhältnissen in der Redaktion des Spiegel. In der Interviewserie „Fünf Fragen“ stellen wir anlässlich des Jubiläums einige Kolleginnen vor, manch eine war bei der jb-Gründung noch im Kindergarten.

2009

Diskussionen

Frauen heben die Hände, um sich an einer Diskussion zu beteiligen

2009: Jahrestagung in Weimar (Foto: Frauke Langguth)

Diskutiert haben wir in den letzten 30 Jahren über vieles – engagiert, fundiert, vielfältig. Bei der Jahrestagung 2009 ging es auch um die deutsch-deutsche Geschichte. Direkt nach der Wende stießen Kolleginnen aus der früheren DDR zu uns. 20 Jahre später war das Zusammenwachsen eines der Themen unserer Jahrestagung.

Equal Pay

Eines der Themen, die der jb unterstützt, ist die Kampagne zur Entgeltgerechtigkeit. Mit Infoständen und Aktionen vor Ort, sowie mit Internetkampagnen wie #Bartgeld, #Klebdireinen und #Videos und aktuell im Watch-Salon: Medien ohne Lohntranzparenz

2009: Equal Pay Day-Tasche auf der Jahrestagung in Weimar (Foto: Frauke Langguth)

2010
2011

Regional

Der jb ist in vielen Städten und Regionen aktiv – nicht nur in Bayern.

2012: Jahrestagung in München (Foto: Eva Hehemann )

Vernetzt

Doppelt hält besser. Wir haben zwei Twitter-Accounts: @journalistinnen und @watchsalon. Wer uns folgt, wird seit 2011 über aktuelle Medienentwicklungen aus frauenpolitischer Sicht informiert.

2012
2013

Vielfalt

Die Kolleginnen im Journalistinnenbund arbeiten in allen Feldern des Journalismus, sie sind jung und alt, leben in Großstädten und kleinen Dörfern, manche haben eine Festanstellung, auch in leitender Position, die meisten arbeiten frei, manche sind bereits im Ruhestand.  Wer die Frauen kennenlernt, entdeckt hohe Professionalität und eine erstaunliche Vielfalt journalistischer Tätigkeiten. mehr lesen

Nachwuchs

Marlies Hesse, unsere ehemalige Geschäftsführerin ist auch die Stifterin des Marlies-Hesse-Nachwuchspreises. Ausgeschrieben wechselweise für Print und Online, TV und Hörfunk seit 2002. Es lohnt sich, in der Liste der Preisträgerinnen zu stöbern. Der jb hat schon viele journalistische Talente früh entdeckt und gefördert.

2008: Marlies Hesse mit den Preisträgerinnen Susanne Krieg und Miriam Opresnik (Foto: Frauke Langguth)

2008: Marlies Hesse mit den Preisträgerinnen Susanne Krieg und Miriam Opresnik (Foto: Frauke Langguth)

2015

Medienlabor

Das Medienlabor ist eine medienpolitische Reihe für Journalistinnen. Die Themen seit 2013: Verlagserbinnen, Kriegsberichterstattung, Boulevard, Frauenmagazine und Wirtschaftsjournalismus.

2015: Teresa Bücker, EDITION F, und Stefanie Lohaus, Missy Magazin, im jb-Medienlabor zu Frauenmagazinen: „Brigitte geht in Rente – wer sind die Enkelinnen?“ (Foto: Eva Hehemann)

Solidarität

Journalistinnen sitzen auf einem Podium

2015: Jahrestagung in Bonn (Foto: Jasmin Andresh)

Bei seiner Gründung hieß der Journalistinnenbund noch „Deutscher Journalistinnenbund“. Das „Deutscher“ haben wir inzwischen gestrichen. Wir schauen lieber über den Tellerrand, z.B. 2015 mit der Initiative „Brave“, mit der wir Kolleginnen aus den arabischen Ländern unterstützt haben.

2016

Courage

2016: Courage-Preisträgerin Sandra Petersmann auf Recherche in Afghanistan (Foto: Sandra Petersmann)

Seit 2016 zeichnen wir engagierte und mutige Journalistinnen mit dem Courage-Preis für aktuelle Berichterstattung aus. Die erste Preisträgerin war Sandra Petersmann, Hörfunkkorrespondentin der ARD in New-Dehli.

Feiern

Tisch mit Sektgläsern

2016: Abschluss 8. Mentoring-Runde (Foto: Frauke Langguth)

Gehört dazu. Zum Beispiel auf einer Jahrestagung. Oder zum Abschluss einer erfolgreichen Runde des Mentoringprojekts. Oder bei unserer Gala für die jb-Medienpreise.

Expertinnen

Sind wir alle. Um Kolleginnen und ihr Wissen sichtbar zu machen, hat der jb eine Expertinnendatenbank. Und wir unterstützen das Projekt „Speakerinnenliste“ – für eine paritätische Besetzung von Panels, Podien und Talkshows.

Screenshot jb-Expertinnenliste

 

 

Wissbegierig

2016: Social Media-Workshop der Regionalgruppe Ruhr mit Anke von Heyl (Foto: Dana Savic)

Weiterbildung gehört zum Geschäft. Der Journalistinnenbund bietet immer wieder Workshops und Schulungen zu beruflichen Themen an.

2017

Chronik

So viel wäre an dieser Stelle noch zu erzählen. Weiterlesen lohnt sich in unserer Chronik „Beständig im Wandel – 30 Jahre Journalistinnenbund“. Auf 96 Seiten findet sich ein Überblick über die Aktivitäten des jb und viele frauen- und medienpolitischen Ereignisse, von 1987 bis 2017. Namhafte Autorinnen haben in ihrem Texten zusammengetragen, was uns bislang bewegt hat und worüber wir auch in Zukunft nachdenken und berichten werden.

Beständig im Wandel – 30 Jahre Journalistinnenbund (Buchcover Foto Ali Paczensky)

Erscheint im Ulrike Helmer Verlag, 96 Seiten, 18,- Euro im Buchhandel.

Best-of

Wir haben Eva Hehemann, jb-Kollegin und Fotografin gebeten, aus ihrem Fundus Bilder vom Journalistinnenbund heraus zu suchen. Eine Fotoserie mit typischen Momenten unserer Zusammenarbeit.

 

mehr lesen